NZ 13.01. - 30.01.08
NZ 31.01. - 15.02.08
NZ 16.02. - 29.02.08
NZ 01.03. - 15.03.08
NZ 16.03. - 01.04.08
NZ 02.04. - 16.04.08

Bevor wir über unsere weitere Reise berichten, möchten wir noch ein Bild nachreichen, das wir in Pohara an der Golden Bay gemacht haben: so sehen manche öffentlichen Toiletten in NZ aus, goldig gell?

 

O.K.-wir sind jetzt in Wellington angekommen. Zuerst suchen wir einen Parkplatz, da wir hier einiges zu erledigen haben. Nach einigem Suchen haben wir einen für eine Stunde-jetzt schnell ein Internet-Cafe suchen, bei dem wir unseren Laptop einstecken können. Wir müssen nämlich ein Excel-Dokument dowloaden, das uns Hamburg Süd gemailt hat. Da hier in NZ nahezu kein Internet-Rechner mit Office-Programmen ausgerüstet ist, müssen wir mit unsem Laptop arbeiten. Leider ist in ganz Wellington kein Platz auszumachen, wo wir unseren Laptop in’s Netz einstecken dürfen - also versuchen wir es mal wieder mit WLAN. Da das die letzten Male fast nie funktioniert hat (uns bricht immer die Leitung zusammen oder es wird gar kein Netz gefunden), sind wir sehr nervös. Und wie es das Schicksal so will - es funktioniert natürlich nicht. Steffen ist total genervt, so daß ich fliehe und mich nochmals auf den Weg zur Touristeninfo mache. Ich versuche zu erfahren, wo der nächste VTNZ ist, denn wir müssen noch Road User Charges für die nächsten 3000 km bezahlen. Außerdem frage ich, wo es einen Campingausstatter gibt, denn wir wollen ein Kabel kaufen, daß wir auf Campingplätzen einstecken können, um nicht mehr nur auf unser Bißchen Solarstrom angewiesen zu sein. Ich gehe zurück zum Auto und Steffen kämpft immernoch mit dem WLAN. Da wir zwei Fritz-Adapter haben, hat er alles neu installiert und den zweiten Stecker probiert. Jetzt bekommt er ein Signal, aber nur schwach-sieht so aus, als ob unser einer Adapter im A... ist. Mit etwas Hoffnung machen wir uns also auf den Weg zur Touristeninfo, denn die haben einen WLAN - Hotspot. Mit etwas wenig Akku kriegen wir die Verbindung tatsächlich zustande, loaden den Fahrplan von Hamburg Süd herunter und unseren neuesten Reisebericht gleich hoch. Als wir den Fahrplan sehen, ärgern wir uns nur. Dieser doofe Typ von Hamburg Süd. Seit 4 Wochen versuchen wir den guten Mann dazu zu bringen einen Platz auf der Cap Byron von Tauranga nach Melbourne zu buchen und er schickt uns immer irgendwelche Fahrpläne, auf denen unser Schiff noch gar nicht aufgeführt ist. Warum bucht der denn nicht einfach! Wegen dieser Geschichte sind wir langsam am Ende mit den Nerven... Wir schreiben ihm aber trotzdem geduldig, daß er doch einen Plan schicken solle, auf dem wenigstens die Abfahrten bis Mitte April aufgeführt sind. Daß es einen solchen Plan gibt wissen wir, denn auf der Webseite von Hamburg Süd ist unser Schiff schon lange aufgeführt. Genervt treten wir wieder den Weg zum Landy an und als wir dort einen Strafzettel wegen Überschreitung der Parkzeit finden, bessert sich die Stimmung nicht wirklich. Gott sei Dank sind es nur ca. 6 EUR - das geht ja noch. Wir schmeißen nochmal ein paar Dollar in die Parkuhr und machen uns auf den Weg zum Campingaussatter. Der 1. Laden, den uns die Dame bei der Info genannt hat, ist ein Outdoorladen und hat so etwas gar nicht. Die schicken uns zu einem stinknormalen Elektrohändler, der hat sowas natürlich auch nicht. Der hat wiederum keine Ahnung, wo wir so einen Stecker bekommen können und so rennen wir weiterhin steckerlos zurück Richtung Auto, denn die Parkzeit läuft schon wieder ab. Fast beim Auto, sehe ich einen weiteren Outdoorladen. Wir beschließen zu fragen, ob die wissen, wo es so einen verdammten Stecker gibt. Und tatsächlich-die schicken uns in dasselbe Gebäude wo wir zuerst waren, nur einen Stock höher! Die haben tatsächlich so einen Stecker, allerdings kostet er über 100,-- EUR und wir fragen, ob der auch für Australien paßt. Keiner weiß es natürlich und nun sind 3 Leute dabei herauszufinden, ob dieser Stecker auch für Australien paßt. Ich verabschiede mich jetzt und gehe zum Auto zurück. Hoffentlich haben wir nicht schon wieder einen Strafzettel. Gott sei Dank nicht und als Steffen ca. 15 Minuten später mit dem Kabel zurückkommt starten wir unseren Landy und nichts wie weg aus dieser Stadt. Da auf dem Stecker “Made in Australia” steht, gehen wir einfach davon aus, daß er dort auch paßt...

Wir haben genug von Wellington und beschließen in Upper Hutt zum VTNZ zu gehen, dort ist es übersichtlicher. Ich weiß, ich weiß: Wellington soll wunderschön sein und ein tolles kostenloses Museum haben - nur leider interessiert uns das nicht und nach dem ganzen Rumgeeiere haben wir einfach keinen Nerv mehr, uns die Stadt anzusehen. Es ist schon 15.00 Uhr und als wir in Upper Hutt einen Burger King sehen, steigert sich die Stimmung erheblich. Gleich daneben ist der VTNZ - perfekt!

Wir fahren weiter Richtung Norden in den Kaitoke Regional Park. Hier nisten wir uns in einem netten, sehr sauberen und neuen DOC-Campground für 5 NZ-Dollar pp ein. Das ist sehr günstig und er hat sogar ein WC, nicht nur ein Plumpsklo. Warum wir hier halten hat wieder einmal mit der Triologie “Der Herr der Ringe” zu tun, denn hier wurde Rivendell aufgebaut. Der Platz heißt sogar noch so und eine Schautafel beschreibt genau, wie der Dreh von statten gegangen ist. Wenn Ihr nun gleich unten das Bild sehen werdet, seit Ihr bestimmt sehr enttäuscht. Denn nichts sieht so aus wie im Film. Wie Ihr auch später noch im Tongariro Nationalpark sehen werdet, wurden die Szenen dermaßen digital verändert, daß die Originaldrehorte kaum wiederzuerkennen sind. Hier nun das Bild von Rivendell: auf der Kiesbank wurde in 3-monatiger Bauzeit das “Schloß” errichtet. Hier wurde eine der  Schlüsselszenen gedreht, als sich die Gefährten zusammen finden und mit dem Ring auf den Weg machen. Den Wasserfall in diesem wunderschönen Tal gibt es gar nicht, denn er wurde digital eingearbeitet und die herbstliche Stimmung, die im Film herrscht wurde durch künstlich eingebaute Äste und Laub kreiert. Nun noch ein Bild vom Hutt River - hier wurden Szenen gedeht, bei der die Gefährten in Booten zu sehen sind. Auch hier ist keine Ählichkeit festzustellen, denn die riesigen Bäume direkt am Ufer wurden im Film ebenfalls digital eingearbeitet.

Wir bleiben hier noch 2 Tage und machen uns dann auf die Reise weiter nach Norden und Osten, denn wir wollen zum Castlepoint Lighthouse. Schon auf der Fahrt merken wir, daß starker Wind bläst - als wir aber ankommen sind es Böen der Sturmstärke geworden. Ich laufe zum Lighthouse und kann mich kaum auf dem Pfad halten, so stark sind die Böen. Hier ist an Fotografieren nicht zu denken. Wir wollen auf dem nahen Campingplatz übernachten in der Hoffnung, daß am nächsten Morgen weniger Wind ist. Doch die Dame vom Campingplatz erzählt uns, daß der Sturm stärker werden soll und in der Nacht Böen mit einer Windstärke von bis zu 120 km/h in den Spitzen zu erwarten sind. Das ist wirklich richtiger Sturm und wir überlegen, ob wir uns das antun sollen. Schließlich packen wir zusammen und fahren zurück und weiter Richtung Mt. Egmont (Mt. Taranaki) Nationalpark. 

Wir fahren bis Palmerston North und gehen dort auf einen Campingplatz, denn wir wollen einen neuen Reisebericht schreiben und, wenn’s geht, am nächsten Tag gleich hochladen. Da wir dort einstecken können und somit genügend Strom haben, arbeite ich den ganzen Nachmittag und Abend. Am nächsten Morgen geht’s dann in das Zentrum, denn dort sollen einige Internet-Cafes sein (lt. Aussage der netten Campingplatzbesitzerin). Im ersten dürfen wir das Laptop nicht einstecken und das zweite und dritte finden wir gar nicht. Nach einer Stunde steuern wir entnervt die Touristeninfo an und die Dame nennt uns einige WLAN-Hotspots unter anderem im Starbucks oder Cafenet, daß um die Info herum empfangen werden kann. Also gut, probieren wir halt mal wieder WLAN. Und kaum zu glauben, es funktioniert. Wir bezahlen für 24 Stunden 10 NZ-Dollar und beantworten endlich mal ohne Zeitdruck E-Mails und laden die Website hoch.

Fast fertig, beschließt Steffen noch, wieder einmal online die Konten zu checken. Als er sein eigenes Girokonto schwer in den miesen und als gesperrt vorfindet, sind wir erst einmal geschockt - das kann doch nicht sein! Nach Prüfung der Umsätze stellt sich heraus, daß über seine Visa-Karte, die er über den ADAC bezogen hat, mehrerer tausend Euro abgerechnet wurden! Wie kann das nur sein?-wir haben das auf jeden Fall nicht alles gebucht und gestohlen wurde sie uns auch nicht. Bei einem Check des Kreditkartenkontos stellt sich heraus, daß genau der gleiche Betrag schon wieder aufgelaufen ist (die Höchstgrenze). Natürlich könnte das sowieso nicht mehr abgebucht werden, da das Konto ja schon gesperrt ist... Es handelt sich bei den Umsätzen fast ausschießlich um Flugbuchungen bei den verschiedensten Fluggesellschaften in ganz Europa und New York. Das können wir also wirklich nicht gewesen sein, denn wir sind ja in NZ. Völlig aus dem Häuschen rufen wir sofort  bei der 24-Stunden-Hotline der Bank an. Der nette Herr beruhigt uns etwas und läßt die Karte mit sofortiger Wirkung sperren. Wir sollen am nächsten Morgen nochmals bei der Sicherheitsabteilung anrufen (das wäre bei uns um ca. 20.00 Uhr). Was nun tun? Wir beschließen auf jeden Fall wieder zum Campingplatz zu gehen und noch eine Nacht zu bleiben. Wir brauchen auf jeden Fall Handyempfang und wer weiß, ob das im Mt. Egmont NP gewährleistet ist. Wir verbringen bange Stunden und rufen um Punkt 8.00 Uhr morgens (bei uns abends) wieder in Berlin bei der Bank an. Die ebenfalls sehr nette und hilfsbereite Dame in der Sicherheitsabteilung kann leicht nachvollziehen, daß der Betrüger nicht einmal den Namen des Karteninhabers kannte. Alle Flugbuchungen wurden von orientalisch oder arabisch klingenden Namen getätigt und auch auf den Flugtickets keine Spur von Steffen Sailer. Wir sind etwas überrascht, zu welchen Daten die Damen alles Zugang hat, sind aber in diesem Moment froh darüber. Sie sagt uns, daß Sie uns das bereits abgebuchte Geld umgehen zurück überweist und die anstehenden Umsätze storniert. Sie wolle uns aber noch eine Eidesstattliche Erklärung senden, auf der Steffen erklären und unterschreiben muß, daß er diese Umsätze nicht getätigt hat und auch die Karte nicht aus der Hand gegeben hat. Wir sind erstmal sehr froh, daß die Sache wohl so problemlos geregelt werden kann. Nun haben wir aber unser nächstes Problem: wir erhalten eine E-Mail mit einem pdf. in der Anlage. Wie sollen wir das nun ausdrucken, unterschreiben und zurücksenden? Das einzige Internet-Cafe in der Stadt ist in dieser Hinsicht total unbrauchbar. Zugegeben, in ganz Metzingen und Umgebung gibt es gar kein Internet-Cafe. Überhaupt haben wir uns die Idee, Internet-Cafes als eine Art Büro zu benutzen, mittlerweile total abgeschminkt. In einem Land, in dem man nicht mal sein eigenes Laptop in’s Netz einstecken darf, ist es gänzlich unmöglich irgendwelche Dokumente auszudrucken und zu faxen. Außerdem ist es viel zu teuer. Wir beschließen also, uns unseren eigenen Drucker zu kaufen. Unseren Trolly, in dem wir einen Teil der Fotoausrüstung während des Fluges transportiert haben, räumen wir sowieso seit Wochen leer hin und her. Wenn er da reinpassen würde, das wäre fein. Wir kaufen bei Harvey Norman (das ist eine Art Media-Markt in NZ) eine Scanner/Drucker/Kopierer-Kombination von Brother inklusive Kabel und Patronen für ca. 100,-- NZ-Dollar, was ungefähr 50,-- EUR entspricht. O.K.-jetzt müssen wir nur noch auf die E-Mail warten, die Erklärung ausdrucken, wieder einscannen und entweder als pdf. zurückmailen oder einfach irgendwo faxen.

Um endlich mal wieder fotografieren zu können, machen wir uns am nächsten Tag auf den Weg zum Mt. Egmont Nationalpark. Der Nationalpark ist ziemlich kreisrund um den 2518 m hohen Vulkan Mt. Egmont (auch Mt. Taranaki genannt) eingerichtet. Mehrere Zufahrtsstraßen führen zum Teil auf bis über 1000 m hinauf und erschließen so den Berg für Wanderungen und Tramping-Tracks. Da das Wetter bei Ankunft ziemlich bewölkt ist, ist an fotografieren nicht zu denken. Wir halten in den nächsten 2 Tagen nach Fotoplätzen Ausschau, von denen aus wir bei besserem Wetter Bilder machen wollen. Dann endlich, am Morgen des 3. Tages ist strahlend blauer Himmel zu sehen und wir starten zu unserem Fotoplatz. Wir können sehr schöne Bilder mit gutem Morgenlicht machen, wenn auch nach 2 Stunden schon wieder Wolken aufkommen, die sich (wie auch die letzten Tage schon) um Mt. Egmont herum sammeln. Es scheint beinahe so, als ob er die Wolken entstehen ließe, denn nirgendwo sonst ist irgendeine Wolke zu sehen.

Wir beschließen dann, am selben Tag noch abzureisen. Vorher müssen wir aber die Eidesstattliche Erklärung noch mailen oder durchfaxen. Die haben wir nämlich mittlerweile ausgedruckt, unterschrieben und wieder eingescannt. Die nächste größere Stadt ist New Plymouth und, wie befürchtet, gibt es dort kein Internet-Cafe. Nur Wireless-Hotspots im Starbucks oder McDonalds, die uns wieder 10 NZ-Dollar für 1 Stunde kosten würden. Wir beschließen deshalb, das Ding einfach zu faxen und fragen an der Touristeninfo, ob sie dies tun könnten. Ja, können sie, sagt die Dame-für 9 NZ-Dollar. 3 Seiten nach Übersee kosten eben so viel. Wir schlucken erstmal: da es uns aber die einfachste Lösung erscheint stimmen wir zu und geben der Dame den Briefbogen der Bank, wo die Nummern aufgedruckt sind. Jetzt benötigen sage und schreibe 3 Damen eine halbe Stunde Zeit, um unser FAX zu versenden. Erst schaffen sie es nicht, mehrere Seiten einzulegen, ohne daß das Gerät abbricht. Dann geben sie die Telefonnummer ein, dann vertippen sie sich und behaupten die Leitung würde nicht antworten, ein drittes Mal behaupten sie dann, die Leitung wäre belegt. Wir erklären dann, daß das sehr unwahrscheinlich ist, denn in Deutschland wäre es nun 11.00 Uhr nachts. Sie versuchen es also nochmal und siehe da, es klappt! Gott sei Dank - was war das für ein Act! Nun ist uns auch klar, weshalb 3 Seiten gefaxt 9 NZ-Dollar kosten - für 3 Frauen je 1/2 Stunde Arbeit- das war sogar recht günstig!

Froh, endlich alle Pflichten erledigt zu haben, machen wir uns auf den Weg zum Tongariro Nationalpark. Bei Ankuft ist auch dort das Wetter sehr schlecht und wir nisten uns im Dorf Whakapapa im teuersten Campingplatz, den wir bisher besucht haben, ein (16 NZ-Dollar pp). Am nächsten Morgen regnet es immer noch und wir fahren zum südlichen Zugang des Parks bei Ohakune. An der Straße zum Turoa Skifield befindet sich ein Wasserfall, dessen Umgebung wieder einmal für “Der Herr der Ringe” verwendet wurde. Hier wurden Szenen des Ithlien Camps gedreht. Überhaupt wurden im Tongariro Nationalpark sehr viele Szenen der Triologie gedreht. Mt. Ngauruhoe (der konisch geformte der drei Vulkane) mußte als Mt. Doom herhalten, der im Film allerdings ebenfalls digital verändert wurde. Seine Form wurde spitziger gemacht und er speit außerdem Feuer. Die Ebenen um die Vulkane herum sind die “Plains of Gogoroth” und in der Nähe des Whakapapa Skifields am Mt. Ruapehu befindet sich “Meads Wall” das im Film als “Mordor” zu sehen ist. Das Whakapapa Skifield ist ein idealer Drehort für “Mordor”, weil das dunkle Vulkangestein und die zackigen Felsen wirklich sehr trostlos und unfruchtbar aussehen-ideales “Wasteland” eben. 

 

Das Wetter bessert sich in den nächsten 2 Tagen und wir können einige Bilder von den drei Vulkanen Mt. Tongariro, Mt. Ngauruhoe und Mt. Ruapehu, der mit fast 2800 m übrigens der höchste Berg der Nordinsel ist, machen. Trotzdem ist die ganze Sache ziemlich nervraubend, denn obwohl es eigentlich gut Wetter ist, sammeln sich auch hier die Wolken immer um die Vulkanspitzen herum. Kaum sind die Gipfel einmal wolkenfrei. Wir sind aber geduldig und schaffen es dann doch. Jetzt im Herbst blüht im Nationalpark überall das Heidekraut. Auch diese Pflanze ist aus Europa eingeführt worden und bedeckt mittlerweile riesige Flächen. Erstmal denkt man: “ist ja nicht schlimm, sieht doch schön aus”:so einfach ist das aber leider nicht, denn das invasive Heidekraut verdrängt die einheimischen Arten und das wiederum bereitet dem DOC (Department of Conservation) einiges an Kopfzerbrechen. Tongariro ist außerdem Kiwi-Habitat und anscheinend fahren hier sogar Kiwis im Winter Ski.

 

 

 

 

In der Gegend um Whakapapa gibt es auch einige schöne Wasserfälle, die man in kürzeren oder längeren Wanderungen erreicht.

 

 

 

Am nächsten Tag reisen wir weiter Richtung Norden. Am Lake Rotoaira halten wir auf einem Picknickplatz um die Aussicht zu genießen. Gleichzeitig hält ein Campingbus mit einem jungen schweizer Pärchen, Jürg und Liselotte, mit denen wir in’s Gespräch kommen. Wir unterhalten uns nett und es stellt sich heraus, daß sie uns auf der Südinsel schon zwei mal gesehen haben - wir fallen halt auf mit unserem Auto. Während wir uns unterhalten, gesellt sich ein älterer Mann hinzu, der in einem uns sehr vertrauten schwäbischen Dialekt die Frage stellt:“Wia kommt denn a Reidlinger Audo do her?”  Wir beantworten die Frage und es stellt sich heraus, daß er direkt aus Reutlingen kommt - was für ein Zufall. Wir unterhalten uns noch ein bißchen und wollen gerade wegfahren, als plötzlich eine ältere Frau auf uns zukommt und uns direkt anspricht: “Seit ihr dia Fotografa aus Metzinga?” Etwas irritiert sagen wir ja und plötzlich zieht ihr Mann ein Bild von uns heraus, das er aus dem Reutlinger GEA ausgeschnitten hat. Der GEA hatte vor unserer Abereise einen Artikel über uns und unser Vorhaben gebracht und das Ehepaar, das übrigens aus Pfullingen kommt, dachte: “die sind in der gleichen Zeit wie wir in Neuseeland, vielleicht sehen wir die ja”. Sie können es kaum fassen, daß sie uns dann auch tatsächlich treffen! So stehen wir also auf diesem Picknickplatz am Lake Rotoaira und es unterhalten sich Metzinger, Reutlinger und Pfullinger! Eine komplette ‘Albtangente’. Kaum zu glauben. Für die Leute, die sich nicht im ‘Schwabenländle’ auskennen sei gesagt, daß die Städte ungefähr jeweils 8-10 km auseinander liegen.

Immernoch kopfschüttelnd über diesen Zufall machen wir uns auf den Weg Richtung Rotorua. Rotorua ist die touristische Hauptstadt der Nordinsel und dementsprechend teuer und überlaufen. Der Grund hierfür ist, daß sich hier ein hochaktives Thermalgebiet mit Sinterterassen, Geysiren und heißen Quellen befindet. Bevor wir jedoch nach Rotorua selber fahren, besuchen wir das kleine Thermalgebiet Orakei Korako ca. 50 km südlich von Rotorua. Dieses Gebiet besitzt besonders schöne Sinterterassen und eine kleine Höhle.

 

 

Wie es der Zufall so will, treffen wir hier Jürg und Liselotte wieder. Wir verbringen einen schönen Abend zusammen und sehen gar unglaubliche Dinge. Hier werden ganze Häuser auf LKWs vom einen Ort zum anderen verbracht!

 

Am nächsten Morgen machen wir uns zeitig auf den Weg zum Thermalgebiet Wai-o-tapu, da um 10.15 Uhr der Lady-Knox-Geysir ausbricht. Der Geysir wird mit Seifenflocken jeden Tag zur selben Zeit zum Ausbrechen gebracht, damit die Touristen nicht darauf warten müssen - wie angenehm... Während Steffen beim Auto bleibt, fotografiere ich anschließend noch die beeindruckenden heißen Quellen wie z. B. den Campagner Pool. Hier noch weitere Eindrücke aus dem ziemlich großen Gebiet. Steffen war inzwischen auch nicht faul, denn er hat eine Kalifornische Schopfwachtel (wie der Name schon sagt ist sie eigentlich aus Kalifornien, also eine der vielen eingeführten Arten) schön bekommen.

Wir haben langsam genug vom Faule-Eier-Geruch der Quellen und beschließen am nächsten Tag doch noch in den Te Urewera Nationalpark zu fahren. Er liegt ca. 150 km südöstlich von Rotorua und ist das größte zusammenhängende Waldsystem auf der Nordinsel. Das Problem ist aber, daß wir dabei eine 90 km lange Schotterstrecke (einfach) in Kauf nehmen müssen. Wir machen es trotzdem und werden mit tollem Wetter belohnt. So können wir schöne Aufnahmen vom Lake Waikaremoana und den ihn umgebenden Regenwald machen. Wir passieren noch die Mokau Falls und übernachten auf dem Campingplatz bei Aniwaniwa.

 

 

Am nächsten Morgen ist das Wetter schlecht und wir wandern ein bißchen durch den Wald und fotografieren Dies und Das.

 

 

 

 

Da Rotorua, wie gesagt, ziemlich groß ist, wollen wir mal wieder E-Mails abrufen und außerdem einige E-Mails mit Anlagen verschicken. Da dies wiederum nur mit Laptop geht, wir dies aber nirgends einstecken dürfen, versuchen wir es wieder mit WLAN. Im McDonalds gibt es einen Telecom-Hotspot und wir parken direkt davor. Tatsächlich ist das Signal stark genug, daß wir vom Auto aus arbeiten können. Es ist wiedermal keine Nachricht von Hamburg Süd da, und wir beschließen, jemanden anderes mit der Verschiffung unseres Autos zu beauftragen. Jemand, der auch gleich das Verpacken und Handling übernimmt, was Hamburg Süd nicht gemacht hätte. Steffen ruft bei apex international an und bekommt eine Dame mit sehr englisch klingendem Name an’s Telefon. Während er versucht zu erklären, was wir wollen, stellt sich heraus, daß sie Deutsche ist aber seit 7 Jahren in Auckland lebt. Weiter noch stellt sich heraus, daß sie Schwäbin ist und aus der Nähe von Esslingen kommt - manchmal ist die Welt aber wirklich auch klein. Sie sagt uns, daß für den Export ein Kollege zuständig wäre und sie uns verbinden wolle. Da wir aber just in dem Moment von einer Polizisten vom Parkplatz gejagt werden, da wir schon länger als 1 Stunde dort stehen (obwohl wir immer Geld in die Parkuhr geschmissen haben), sagen wir, daß wir zurückrufen. Über den Rest des Nachmittags versuchen wir wahrscheinlich 10 Mal, die Dame nochmals zu erreichen - ohne Erfolg. Wir sprechen auf die Mailbox, aber nichts tut sich. Total genervt suchen wir uns einen Campingplatz am Lake Rotorua und warten dort. Endlich klingelt das Telefon und ein Mann erklärt, daß sie gerne unser Auto nach Melbourne verschiffen. Wir sollen eine E-Mail mit allen nötigen Angaben senden und er würde sich dann wieder melden. Wir sind wirklich froh, daß sich jetzt anscheinend jemand kompetentes um unsere Verschiffung kümmert. Am Abend treffen wir uns dann noch mit Heinz und Jutta, mit denen wir uns per Handy verabredet haben. Heinz ist der Freund von Steffen’s Bruder und Steffen kennt ihn noch von früher. Die beiden machen auch gerade eine einjährige Weltreise und verbringen 2 Monate in Neuseeland, zufällig zur gleichen Zeit wie wir. Die beiden sind wirklich nett und wir verbringen einen schönen Abend in einem Pub in Rotorua.

Wir verbringen noch eine zweite Nacht auf dem selben Campingplatz. Als wir gerade in der Campingplatz-Küche unsere dieses Mal äußerst zähen Lamb-Chops essen, hören wir plötzlich ein “Guten Apetitt” in einem vertrauten schweizer Akzent. Wir drehen uns um und können es kaum glabuen, als wir nun schon zum 5. Mal Jürg und Liselotte treffen. Daß sie, bei 13 Campingplätzen, die es in Rotorua gibt, den Gleichen nehmen wie wir, ist mehr als ein Zufall. Wir freuen uns mächtig und die beiden glaube ich auch. Wiederum verbringen wir zusammen einen netten Abend bei Keksen und Bier.

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg nach Westen in Richtung Waitomo Caves. Es wird sehr viel Werbung gemacht für Blackwater-Rafting, Abseiling, Canyoning oder auch Bootsfahrten durch die wohl beeindruckenden Höhlen. Da wir aber wissen, daß wir uns das nicht leisten können und diese Touren sowieso für das Fotografieren ungeeignet sind, konzentrieren wir uns auf die Sehenswürdigkeiten, die frei zugänglich sind. Die Landschaft um Waitomo ist wirklich sehr schön: grüne Hügel mit eingestreuten Felsblöcken und Restbeständen von Baumfarnen. Das ganze ist natürlich privates Farmland und so dürfen Schafe oder Kühe nicht fehlen.

 

 

Weitere Sehenswürdigkeiten der Gegend sind Kalksteinbögen und Wasserfälle.

 

 

 

 

Das bei Waitomo Caves gelegene Ruakuri Scenic Reserve besitzt einen Bushwalk, der durch unzählige Höhlen, Felsbögen und ursprünglichem Busch führt. Dort gefällt es uns sehr und wir können einige gute Aufnahmen machen.

 

 

 

 

In eben diesem Reserve können wir auch während einer nächtlichen “Fotosesion” schöne Bilder von niedlichen Possums machen. Die haben wir durch “Zufall” auf unserer nächtlichen Exkursion auf die Toilette gesehen. Diese Nager werden in NZ gefürchtet wie der Teufel das Weihwasser, weil sie dieselben Pflanzen fressen, wie die einheimischen und vom Aussterben bedrohten Vögel wie z.B.  Kaka und Graulappenvogel. Außerdem fressen sie auch noch deren Eier, was deren Beliebtheit auch nicht wirklich steigert. Die einst von Europäern eingeführten Tiere werden also verfolgt bis zum Geht-nicht-mehr. Mit Gift, durch Abschuß und auch durch den Autoverkehr werden sie dezimiert, man wird ihrer aber trotzdem irgendwie nicht Herr. Im Ruakuri Scenic Reserve hat es jedenfalls noch reichlich, obwohl dort Giftköder ausgelegt werden.

Steffen versucht am nächsten Morgen noch die dort häufig vorkommenden Fächerschwänze (Fantails) zu fotografieren. Dieser zierliche Singvogel kommt in dichten Wäldern eigentlich recht häufig vor, nur ist er so flink, daß er kaum einmal mehr als 1/2 Sekunde auf einem Platz sitzen bleibt. Eine wirkliche Herausforderung also, für einen Fotografen. Steffen hat’s trotzdem gut hinbekommen, finde ich.

Morgen solls weiter gehen Richtung Hamilton.

 

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