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Wir sind gestern spät Nachts in den Blue Mountains angekommen. Dem Wetterbericht nach soll sich das Wetter verschlechtern: Regen und kuehle Temperaturen sind angesagt, doch heute soll es noch schön sein. Wir steuern die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit der Blue Mountains an: den bei Katoomba gelegenen Echo Point Lookout mit Blick auf die Three Sisters, einer atemberaubenden Felsformation und dem breiten Jamison Valley. Leider verschlechtert sich das Wetter pünktlich zu unserer Ankunft und an schöne Bilder bei Abendlicht ist nicht zu denken. Frustiert fahren wir am Abend zum Perrys Lookdown - einem Aussichtspunkt und !kostenlosen! Campingplatz.

Während der Nacht fängt es an zu regnen und es wird empfindlich kalt. Am Morgen ist alles total zugezogen und es nieselt. Nebel ist hereingezogen und gibt dem Ganzen eine merkwürdig stille Atmosphäre. 

 

 

Da wir bei dem Wetter sowieso nichts machen können, beschließen wir auf den teuren Campingplatz bei Katoomba überzuwechseln. Dort haben wir Strom, können am Rechner arbeiten und auch eine angenehme, warme Dusche nehmen. Da es  nur !10°C! hat, sind wir froh, als wir unsere Standheizung anschmeißen können und der Landy schnell schön warm wird. Soll noch einer sagen, in Australien sei es heiß und trocken....

Als ich am nächsten Morgen aufwache, merke ich schon, daß sich die Erkältung, die ich schön gestern gespürt habe, noch richtig verschlechtert hat. Wir müssen eine Apotheke aufsuchen um Halstabletten und ein Schnupfenspray zu besorgen - Aspirin haben wir zum Glück noch. Langsam bessert sich das Wetter und gegen Nachmittag hört es wenigstens auf zu regnen. Wir fahren nochmal zum Echo Point, doch wir haben wenig Hoffnung, daß es heute eine schöne Abendstimmung gibt. Wir warten Stunde um Stunde und mir wird es dann einfach zu kalt. Mir geht’s schlecht, meine Nase läuft unaufhörlich und der kalte Wind macht mir einfach zu schaffen. Steffen ist da etwas härter im Nehmen - er harrt aus, sogar als ein kurzer Regenschauer darnieder geht. Er will einfach nicht weg, denn er ‘hat da so ein Gefühl, das das heute noch was wird’. Wenn ich mir den Himmel so anschaue, kann ich mir das zwar nicht vorstellen, aber wenn er’s so will?

Ich döse im Auto so vor mich hin, als sich plötzlich ein roter Sonnenstrahl durch’s Fenster verirrt. Ich schaue hinaus und sehe zu meinem Erstaunen, daß die Sonne tatsächlich durch die Wolkendecke strahlt. Ein kleines Loch, aber für ein paar Minuten dürfte es reichen. Ich kanns kaum glauben - hat Steffen sein ‘Gefühl’ nicht getäuscht. Schnell rase ich vom Auto zum Aussichtspunkt und wir fotografieren die Three Sisters in einer unglaubliche Lichtstimmung. Hier sieht man mal wieder, daß sich Hartnäckigkeit doch manchmal auszahlt...

 

 

Am nächsten Tag bessert sich das Wetter und wir besuchen Govetts Leap, das einen  fantastischen Blick ins Grose Valley freigibt und die idyllischen Leura Cascades.

 

 

Heute ist Freitag und da wir den Landy um 8.00 bei Gordon abgeben müssen, starten wir schon um 6.00 Uhr zur Fahrt zurück nach Sydney. Wir geben unser Heiligsblechle ab und fahren mit dem Zug zu Chris, der uns schon erwartet. Eigentlich hätte er nicht zu Hause sein sollen, denn er hatte einen wichtigen Termin, den er nicht verschieben konnte. Offensichtlich ging es aber schneller als erwartet. Wir richten uns in unseren ‘alten’ Zimmern ein. Elaine ist schon in Indien, weshalb Chris Strohwitwer ist und nicht so recht weiß, was wir essen sollen. Wir schlagen vor, ein echtes Wiener Schnitzel mit Pommes und Salat (SchniPoSa)  zuzubereiten - das haben wir schon ewig keines mehr gehabt. Da Chris sowieso einkaufen muß, kommen wir mit und kaufen alle notwenigen Zutaten. Leider gibt es im Supermarkt nur Paniermehl mit Kräuter, was uns eigentlich nicht so passt, aber es wird hoffentlich trotzdem schmecken. Zu Dritt wurschteln wir in der Küche und bekommen dann ein wunderbares Abendessen hin - trotz Kräuterpanade.

Wir werden langsam unruhig, denn Gordon wollte sich melden, wenn der Landy fertig ist. Es ist schon 19.00 Uhr und immernoch kein Anruf. Chris wird ungeduldig und erkundigt sich. Schlechte Nachrichten: es ist mehr Arbeit, als gedacht, denn alles ist total verrostet und Gorden muß ein Teil nacharbeiten lassen, da es für einen Rechtslenker ausgelegt ist. Er hoffe, er würde morgen fertig. Total deprimiert gehen wir diese Nacht zu Bett - das hört sich ja noch teurer an, als erwartet!

Den Samstag verbringen wir damit, Seisha im Centennial Park auszuführen und ich versuche einige Bilder von Mac Guyver zu machen. Mac Guyver ist ein Kater, der einen Stock unter Chris wohnt und den lieben langen Tag auf einem Mauerpfeiler liegt und schläft oder Leute beobachtet. Leider macht er die Augen nie weit genug auf, als daß ein gutes Bild hätte entstehen können und ich verliere mit der Zeit die Lust. Ich bin halt doch kein Tierfotograf! Als es Abend wird und wir immernoch nichts von Gordon hören, verstärkt sich mein ungutes Gefühl in der Magengegend. Chris erkundigt sich nochmal und Gordon meint, er würde so bis um 20.00 Uhr fertig sein! Wir holen den Landy in dieser Nacht noch ab und sehen, daß uns Gordon einen sehr humanen ‘Freundschaftspreis’ gemacht hat. Ca. 1800,-- AUS-Dollar für 2 Tage Schrauben von morgens 8.00 bis abends 8.00 Uhr. Es ist für uns sehr viel Geld, aber trotzdem sind wir froh, daß alles repariert ist. Der Landy fährt sich auf jeden Fall besser als je zuvor.

Am nächsten Tag verlassen wir Chris wieder. Wir verabschieden uns und fahren gen Süden in den Morton Nationalpark, wo es wiedereinmal Wasserfälle zu bewundern gibt.

 

 

Heute wollen wir auf einem kostenlosen Camping/Picknickplatz bei Kangaroo Valley übernachten. Es sind auch schon viele Leute da, unter anderem auch eine Schulklasse, die hier ein ganzes Camp aufgeschlagen hat. Schon bei der Platzsuche sehen wir einige grasende Wombats! Unsere ersten Wombats! Das sind wirklich merkwürdige Tiere. Etwa so groß wie ein Wildschwein aber mit kurzen Beinen und einem langhaarigen Fell. Es ist ausserdem ein nachtaktives (wie könnte es auch anders sein) Beuteltier, bei dem der Beutel nach hinten zeigt, so daß das Kleine im Beutel beim Graben eines Baues keine Erde abbekommt. Argwöhnisch beobachten wir die Tiere, als sie keine Scheu kennen und es sich auch unter dem Landy bequem machen. Wir denken uns aber nichts dabei und legen uns schlafen. Kurz vor dem Einschlafen, beginnt plötzlich der ganze Landy zu wackeln wie bei einem Sturm. Wir schauen uns ratlos an: ‘Was ist denn das?’ frage ich Steffen. Der sagt dann: ‘vielleicht kratzt sich ein Wombat am Differential?’ Ich halte das erst für einen Witz, muß dann aber nach einem Blick nach draußen schnell erkennen, daß er recht hat. Wir versuchen das ‘Ding’ zu verscheuchen, was aber nur kurzzeitig gelingt. Schon nach ein paar Minuten ist ‘es’ oder vielleicht auch ein anderes (sehen alle gleich aus) wieder da, um sich wieder zu kratzen. Wir halten noch eine Stunde aus, doch an Schlaf ist wirklich nicht zu denken. Am Ende packen wir dann zusammen und geben uns geschlagen. Gegen die geballte Macht von mehreren Wombats ist einfach nichts zu machen...

Am nächsten Tag gehts dann weiter Richtung Süden in den Murramarang Nationalpark. Dort können wir am Strand Graue Riesenkänguruhs und auch Papageien fotografieren.

 

 

 

 

Da wir vorhaben, nochmals in die Blue Mountains zu fahren, steuern wir 2 Tage später wieder nach Norden Richtung Sydney. Unterwegs überlegen wir es uns aber nochmals anders und biegen zu den Wombeyan Caves, einer bekannten Karstregion mit einigen wunderschönen Tropfsteinhöhlen, ab. Die einzige Höhle, die ohne Führung begehbar ist, ist die Fig Tree Cave. Sie ist schön mit Scheinwerfern beleuchtet und jeder kann dieses Wundere unter der Erde im eigenen Tempo erkunden. Außerdem besteht kein Fotografierverbot, was bei Höhlen selten der Fall ist.

 

 

Nach der Besichtigung fahren wir zum Städtchen Goulburn, denn wir wollen mal wieder unsere E-Mails checken. Hoffentlich ist jetzt ein Angebot der Verschiffungsagentur da (ja, genau das Angebot, das wir schon vor 2 Wochen haben sollten). Gott sei Dank ist es da, wenn auch auf ein ganz anderes Schiff gebucht wurde, als wir vorgegeben hatten. Das hier ist viel schneller und ist deshalb 2 Wochen zu früh in LA! Wir beschliessen, es dabei zu belassen und fragen, was die Einlagerung in Long Beach kosten würde... Mal sehen, wie lange es dauert, bis wir wieder was hören...

Die nächsten 3 Tage verbringen wir damit durch das Outback kontinuierlich nach Westen in Richtung Mildura zu fahren. Auch hier im Outback regnet es und ist verdammt kalt. Ohne Pullover und Jacke geht gar nichts! Und das im Sommer im Australien! Von Mildura aus wollen wir den Mungo Nationalpark, der bekannt für seine sagenhaften Lehmformationen ‘Walls of China’ ist, besuchen. Heute ist zwar wieder schönes Wetter, aber der Park ist nur auf Sand- bzw. Lehmpisten zu erreichen. Im NSW Nationalpark-Guide steht aber, daß die Straßen nach Regen nicht befahrbar sind! Was jetzt? Wir gehen also ins Visitor Center in Mildura und erfahren, daß die Zufahrtsstraße zwar zum Teil sumpfig aber trotzdem wieder befahrbar ist. Also, nichts wie los und nach 110 km Dirt Road erreichen wir ‘weichgeklopft’ das Main Camp. Entlang der Zufahrtsstrasse sind riesige Getreidefelder angelegt, deren Bestand jedoch sehr zu Wünschen übrig läßt. Auf einem Feld sind kaum Halme auszumachen..... Also ist es hier normalerweise doch trocken, nur wenn wir, die ‘Regenmacher’ kommen, eben nicht...  

Im Camp angekommen, schlagen wir unser Lager auf und richten uns auf  3 Tage Outback-Camping ein - herrlich. Die nächsten 3 Tagen bringen gutes und warmes Wetter und wir können zahlreiche gute Bilder von den ‘Walls of China’ machen. Nach Sonnenuntergang grillen wir und lassen den Abend am Lagerfeuer bei einem Bier und Cider ausklingen. Outback-Romantik pur - genauso haben wir uns das vorgestellt.

 

 

 

 

Leider müssen wir nach 3 Tagen wieder weiter, da unsere Flüge nach Tasmanien (haben wir bei Chris online gebucht) bald gehen und wir noch viele Kilometer zurück zu legen haben. Außerdem gibt es in Victoria auch noch einiges zu sehen. In Mildura legen wir nochmal einen Stopp ein und checken E-Mails. Unser Verschiffungsagent hat doch tatsächlich auf unsere E-Mail geantwortet und meint, es sei dann wohl doch besser, wenn wir auf das von uns vorgeschlagene Schiff buchen würden.... Na, dann mach das mal du Superschlaule. Außerdem erfahren wir, daß wir unseren Landy am 28.11. bei der Verpackungsfirma abgeben müssen.

Rund um Mildura befindet sich eines DER Hauptobst- und weinanbaugebiete Australiens - mitten in der Wüste. Glücklicherweise fließt jedoch der Murray hier entlang. Das heiße Klima ist klasse für Wein und Zitrusfrüchte, doch ohne Wasser würde nichts wachsen - das macht erst der Murray möglich. Hier wird soviel für Bewässerung abgezapft, daß in South Australia fast kein Wasser mehr ankommt...

 

 

Einen ganzen Tag fahren wir von Mildura aus gen Süden durch endlose Getreidefelder, bis wir endlich abends die Grampians erreichen. Wir erinnern uns: da waren wir ganz am Anfang unserer Australienreise im April schon mal. Da waren wir allerdings mit Zelt und Mietwagen unterwegs (Landy war noch in der Quarantäne) und es war saukalt. Da das Wetter damals einfach nur schlecht war, beschlossen wir damals, noch einmal hierher in diese wunderschöne Gebirgslandschaft zu kommen. Heute ist das Wetter klasse und wir richten uns auf unserem altbekannten Campingplatz ‘Smith Mill’ wieder ein. Die nächsten Tage ist das Wetter zwar wechselhaft, aber wir können trotzdem das Bild machen, auf das wir spekuliert haben. Die berühmten Balconnies:

 

 

Wir können leider wieder nur 2 Tage bleiben, denn die Zeit rast uns davon. Ja, davon! Obwohl wir 9 Monate Zeit haben, ist Australien zu groß, um alles sehen zu können. Vor allem in Queensland, NSW und Victoria gibt es soviel zu sehen, daß wir uns einzelne Punkte herauspicken müssen. Wir haben den Landy nur noch 2 Wochen und müssen ihn auch noch putzen und alles umpacken.

Deshalb fahren wir nun schon zum 3. Mal die Great Ocean Road entlang Richtung Melbourne und was soll ich sagen: Das Wetter ist zum 3. Mal Scheiße! Doch Steffen hat wieder mal sein ‘Gefühl’ und tatsächlich ergibt sich eine tolle Lichtstimmung an den Zwölf Aposteln, bevor ein Regenschauer über uns hereinprasselt und wir die Fotoausrüstung in Sicherheit bringen müssen. Vorher ist uns aber noch ein schöner Schuß vom Landy, eingerahmt in einen Regenbogen, gelungen.

 

 

Auch wenn das mit der Landschaftsfotografie an der Great Ocean Road nicht so richtig klappt, so haben wir doch endlich Koalas gesehen und auch fotografieren können. Dank des relativ kühlen und bewölkten Wetters waren sie sogar tagsüber ziemlich aktiv. Hier ein paar Eindrücke von den niedlichen ‘Gesellen’.

 

 

 

 

Weiter geht die Reise an Melbourne vorbei durch die Yarra Ranges mit ihren großen Eukalyptuswäldern...

 

 

und weiter in den Alpine Nationalpark. Mt. Bogong ist mit 1986 Metern Höhe der höchste Berg Victorias. Im Gegensatz zu unseren Alpen besteht dieses Gebirge nicht aus spitzigen, schneebeckten Bergen mit Gletschern, sondern eher einem mit Heide bewachsenen Hochplateau. Zugänglich ist diese Bergwelt durch zwei Straßen, die jeweils zu Ski-Resorts führen, die nun aber fast ausgestorben sind. Allerdings merkt man, daß es hier erst Frühling ist. Die Heide blüht in den schönsten Farben, aber trotzdem ist es saukalt (nachts bis zu -5 °C), so daß wir wieder einmal froh waren unsere Standheizung zu haben - und natürlich regnet es auch. Hier ein paar Eindrücken aus den Australischen Alpen:

 

 

 

 

Nun ist’s aber höchste Zeit, nach Melbourne zurückzukehren, denn wir müssen den Landy putzen, aussaugen und umräumen. Wir haben dafür 3 Tage eingeplant und quartieren uns wieder im altbekannten Ashley Garden Holiday-Park ein. Am 28.11. geben wir unseren Landy dann schweren Herzens am Packschuppen ab. Das Dachzelt wird noch abmontiert und der (italienische) Mitarbeiter versichert uns, er würde es sicher festzurren. Bye bye Landy, mach’s gut - wir vermissen Dich jetzt schon. Wer weiß, wann wir uns wiedersehen... Ab jetzt werden wir uns mit Mietwagen und Zelt noch für eine Woche in Victoria rumtreiben, dann geht’s am 06.12. mit JetStar nach Tasmanien. Wir hatten kurz überlegt, ob es nicht besser wäre, mit der Fähre (Spirit of Tasmania) überzusetzen, doch das wäre teurer gewesen, als zu fliegen. Doch darüber das nächste Mal...

 

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