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  Endlich ein neuer Reisebericht über unsere Etappe von Darwin zum Ningaloo Reef bei Exmouth.

Wir verlassen Darwin in Richtung Katherine um irgendwo außerhalb unsere neu erstandene Solaranlage zu montieren. Da die entsprechenden Schrauben aber fehlen, vertagen wir die Montagearbeit um ein paar Tage bis wir wieder in Katherine sind.

Zuerst wollen wir in den Litchfield Nationalpark, der von sämtlichen Reiseführern als Geheimtip angepriesen wird. Er sei genauso schön wie der Kakau NP, wenn nicht noch schöner, und noch viel weniger besucht – von wegen und so. Total überfüllt ist alles und die ersten Wasserfälle, die Florence Falls, sind ein besseres Freibad. Der vielleicht 100 qm² große Pool, in den die Wasserfälle ihr Wasser ergießen, und der angrenzende Uferbereich ist mit ich schätze 250 bis 300 Leuten bevölkert und es geht zu wie im Freibad! Wieder einmal fragen wir uns, warum im Gottes Namen die Nationalparkverwaltung es erlaubt, daß man in diesen Süßwassergebieten, die für diese sonst furztrockene Gegend so wichtig sind, baden darf. Der Mensch muß seinen A... doch wirklich nicht überall reingehängt haben. Vor allem wenn man bedenkt, wie wichtig diese Süßwasserquellen für die Tierwelt der Gegend ist.  Der Pool könnte von Wasservögeln und Reihern oder Ibissen bevölkert sein, Schildkröten könnten darin leben, Wallabies könnten hier drinken und und und....  Es ist ein gutes Beispiel, wie der Mensch wieder einmal sein Wohlergehen (anscheinend trägt das Baden an den Waserfällen dazu bei) vor alles andere stellt.  

Als wir diese Bescherung sehen ist uns klar, daß an Fotografieren nicht zu denken ist. Uns bleibt also nichts anderes übrig, als abends nochmals wiederzukommen, wenn die Sonne hinter den Bergen verschwunden ist. Hier zwei Bilder am späten Abend, einmal vom Lookout oberhalb der Fälle und zum anderen vom Pool am Fuße der Fälle. Bei letzterem wurde unsere Geduld schwer auf die Probe gestellt, weil ständig wieder Leute im Weg waren. Eine der Schwierigkeiten der Naturfotografie....

 

 

Am nächsten Morgen stehen wir sehr zeitig auf und besuchen die Magnetic Termite Mounds (Termitenbauten), die eine der größten Attraktionen des Parks darstellen. Eine große Menge dieser direkt in Nord-Süd-Richtung ausgerichteten Gebilde stehen dort in einer in der Regenzeit überschwemmten Ebene. Wir entdecken dazwischen noch ein Antelopine Wallaroo.

 

 

Anschließend geht's zu den Tolmer Falls und den Wangi Falls. Der größere Pool am Fuße der Wangi Falls ist um 9.00 Uhr schon mit Menschen überfüllt und uns reichts. Nicht schon wieder den ganzen Tag mit diesen blöden ...... rumärgern. Wir beschließen den Litchfield Nationalpark zu verlassen – es ist uns einfach zu voll!

Wir fahren nach Katherine, übernachten dort und montieren die Solaranlage.  Dann geht's weiter in Richtung Westen auf dem Great Northern Highway. Am Victoria River Roadhouse halten wir und machen eine Vesperpause. Dabei sehen wir dieses Schild über dem Roadhouse. Ihr könnt Euch ja Eure eigenen Gedanken machen.... Daß der Pächter oder die Geschäftsführung eines Restaurants wechselt ist ja nichts besonderes, daß aber ein Ehefrauenwechsel nötig ist, spricht Bände. Konnte sie nicht kochen, oder was?

Nach 2 Tagen Fahrt und ungefähr 850 km erreichen wir den direkt an der Grenze zu Western Australia gelegenen Keep River Nationalpark. Ein schöner Busch-Campingplatz befindet sich dort inmitten von tollen Felsformationen, ähnlich denen der Bungles Bungles. Hier ein Eindruck vom Park:

 

 

Weiter geht's am nächsten Morgen Richtung Westen. Da man kein Obst, Gemüse und Nüsse über die Grenze bringen darf (das soll die Ausbreitung der Fruchtfliege verhindern), haben wir alles am Vortag noch gegessen. Das war auch gut so, denn wir werden vom 'Grenzposten' aufs Genaueste gefilzt. Wir fragen uns, ob das Ganze Methode hat, den in der nächsten Stadt, Kununurra, muß dann natürlich jeder wieder einkaufen. Komischerweise ist im dortigen Supermarkt alles extra teuer, ebenso der Sprit – was für ein Zufall! Nachdem wir eingekauft und getankt haben, geht's gleich weiter Richtung Westen. Wir sind jetzt in der Kimberley-Region und die wichtigste Attraktion der Kimberleys ist die Gibb River Road – eine Schotterstraße, die über ca. 650 km durch das Zentrum der Kimberleys führt und zahlreiche Schluchten zugänglich macht. Da wir über den Zustand der Straße mehrere Aussagen gehört haben, die von 'schlechteste Straße, die wir je gefahren sind' bis 'kein Problem' reichen, beschließen wir, die Gibb River Road nur kurz 'anzufahren'. Nach ca 30 km von Osten her erreicht man die Emma Gorge, die zum El Questro Wilderness Resort gehört. Ein privates  Naturgebiet, wo für jede Attraktion Eintritt gezahlt werden muß. Wir bezahlen mit knirschenden Zähnen 7,50 AUS pro Person und gehen den Marsch in die Schlucht, an deren Ende sich ein Wasserfall mit Plunge Pool befindet, an.  Wir können ein paar Bilder machen, bevor auch hier der Ansturm der Badenden erfolgt.

Nun geht's zurück auf den Great Northern Highway Richtung Südwesten zu den Bungles Bungles. Bestimmt hat schon jeder Bilder aus der Luft von diesen bienenkorbartigen Felsgebilden gesehen. Wir aber wollen sie live erleben und nehmen die beschwehrliche Anfahrt auf uns. Die in sehr schlechtem Zustand befindliche Allradpiste führt über ca. 50 km über das Land der Mable Downs-Farm. Tiefe Auswaschungen wechseln sich ab mit Flußdurchfahrten, Felsplatten, engen Kurven und uneinsehbaren Kuppen. Mit Erleichterung erreichen wir endlich das Visitor Center, registrieren uns und bezahlen für den Campingplatz, der hier unverhältnismäßig teuer ist. 10 AUS pro Person und Nacht für einen Platz mit Plumpsklo und sonst nichts. Überhaupt ist in WA alles teuerer als in den Northern Territories. Lebensmittel und Sprit genauso wie Campingplätze und Internetservices.

Die Bungles Bungles sind jedoch beeindruckend. Wir nehmen uns zuerst die Gegend um den Picanniny Creek vor. Cathedral Gorge, Picanniny Creek und ein Walk, der durch die Sandstein-Domes führt, sind beeindruckend. Hier ein paar Eindrücke:

 

 

Am nächsten Tag fahren wir in die nördlicher gelegene Gegend, in der es keine 'Bienenkörbe' mehr gibt, dafür aber beeindruckende Schluchten. Der Echidna Chasm ist eine enge Schlucht, die zum Teil nicht mehr als 1-2 Meter breit ist. Um die Mittagszeit scheint die Sonne direkt in den engen Spalt und erzeugt atemberaubende Reflektionen, die die Felsen erglühen lassen. Auch die Mini Palms Gorge ist sehenswert, wenn auch nicht so beeindruckend wie der Echidna Chasm.

 

 

Hier in den Bungles Bungles erreignet sich dann etwas, das wirklich im Kalender markiert werden muß: Steffen fragt mich plötzlich, ob er den Bart ab machen soll. Wie immer sage ich, daß er das selbst wissen muß (insgeheim weiß er aber, daß er mir ohne Bart besser gefällt), und -ihr glaubt es kaum- er beginnt sich tatsächlich zu rasieren. Hier ein Vorher, Mittendrin und Nachher-Bild. Na, erkennt Ihr ihn noch? Ich muß ein paar Mal hinschauen, habe ich ihn doch schon seit bestimmt 5 Jahren nicht mehr ohne Bart gesehen! Ich habe einen neuen Mann... Als Dreingabe setzt sich ein Bluewinged Kookaburra direkt neben unserem Platz auf einen wunderschönen Ast. Steffen kann nicht anders und greift zur Kamera.

 

 

 

 

Nach diesem seltenen Ereignis (die Rasur) und 3 Tagen Bungles geht's weiter auf dem Great Northern Highway Richtung Westen. Überall sind Boabs (Affenbrotbäume), die das Bild der Kimberleys bestimmen, zu sehen. In der Trockenzeit sind sie blattlos und sehen mit ihrem weit verzweigten Geäst sehr bizarr aus.

Über Halls Creek und Fitzroy Crossing erreichen wir nach 2 Tagen die Abzweigung zur Windjana Gorge. Ca. 40 km übelste Schotterpiste sind zu bewältigen, bis wir den schön gelegenen Campingplatz erreichen. Jetzt aber erstmal ein Wort zu den australischen Schotterpisten. Man darf sich darunter keinen Schotterweg wie bei uns vorstellen: es sind viel befahrene Straßen, die meist aus sehr feinem Staub (sogenanntem Bulldust) oder Sand bestehen. Wird mit großen Geschwindigkeiten gefahren, wird der Staub aufgewirbelt und es bilden sich tiefe Rippen – so eine Art tiefes Wellblech. Dieses 'Wellblech' ist nur erträglich, wenn man ca. 80 km/h fährt - alles andere ist nicht auszuhalten. Das ganze Auto rattert und es tut Schläge und es knackt überall. Man hat das Gefühl im nächsten Moment zerlegt sich das Auto in alle Einzelteile und der Motor oder das Getriebe liegt auf der Straße. Wir haben kein Problem mit Offroad-Fahren – der Landy kann das alles spielend- aber diese Wellblechpisten sind der absolute Tod für jedes Auto. Deshalb vermeiden wir es wo es nur geht, diese Pisten zu fahren (schließlich soll der Landy auch in Amerika noch funktionieren) und sind auch NICHT die Gibb River Road durchgefahren. Die Windjana Gorge liegt aber an der Gibb River Road, die jedoch ab hier sehr gut zu befahren ist (gegen Ende wird sie sogar geteert).

Nun aber zur vom Lennard River in die Napier Range gefräste Windjana Gorge: Vor 350 Mio. Jahren bedeckte ein seichtes Tropenmeer weite Teile des Nordwestens Australiens. Nachdem sich das Meer zurückgezogen und das Korallenriff Devonian Great Barrier Reef freigelegt hatte, schnitten Flüsse tiefe Schluchten in das einstige Korallenriff. Die Schlucht, die der Lennard River hier gefräst hat, ist 3 km lang und bis zu 100 m tief und kann problemlos durchwandert werden. Dabei kann man wirklich sehr viele Süßwasserkrokodile sehen (sogenannte Freshies). Wir sind ganz hingerissen, sind es doch unsere ersten Freshies auf dieser Reise. Außedem lebt noch eine Kolonie von Flughunden in den Bäumen, die auf dem Grunde der Schlucht wachsen.

 

 

 

 

Da wir nun schon mehrere Tage ohne Einkaufsmöglichkeit sind, geht uns das Brot aus. Wir beschließen unser erstes Bannock (Trapperbrot) zu backen und zwar mit Zwiebeln und Schinken. Dazu wird ein Brotteig hergestellt und dann zu flachen Fladen geformt. Diese werden wiederum in der Pfanne bei niedriger Hitze auf beiden Seiten gebacken. Heraus kommt dann ein Fladen, der wirklich hervorragend schmeckt (ähnlich wie Pizzabrot). Auf dem zweiten Bild ist ein fertiger und ein noch 'roher' Fladen zu sehen. 

 

 

2 Tage halten wir es hier noch aus bis wir dann auf die Gibb River Road einfahren und weiter bis Derby, einem kleinen Städtchen am Meer fahren. Hier nisten wir uns für 3 Tage auf einem Caravanpark ein und waschen, duschen und bearbeiten Bilder am Rechner. Nach ca. 2 Wochen 'Outback'  ist das auch dringend nötig. In Derby gibt es nichts zu sehen und wir fahren weiter nach Broome, einer der Top-Destinations in Western Australia. Das kleine Städtchen hat in der Regenzeit, in der es unerträglich heiß ist, nur ca. 6000 Einwohner, in der  Trockenzeit aber (also jetzt, wenn wir unterwegs sind) ist es auf ca. 40.000 Einwohner angestiegen. Alles Rentner aus den südlichen Staaten wie Victoria, NSW, South Australia und der Perth-Region, denen es im Winter zuhause zu kalt ist. Diese 'Grey Nomads' (gängiger Wortgebrauch in AUS) verbringen dann den Winter im Norden und reisen erst, wenn es zuhause wieder gemütlicher wird zurück. Dazu kommen dann noch die ganzen Touris von Übersee und schon ist das Chaos perfekt. Da sich in diesem florierenden Städtchen Broome alle konzentrieren, quillt die Stadt natürlich über und der Touri, der nichts vorgebucht hat (wie wir und viele andere aus Übersee auch) bekommen dann keinen Platz mehr. Es wurden einige Overflow-Plätze eingerichtet, die aber regelmäßig auch voll sind. Wir haben Glück und bekommen den letzten Platz bei einer Kirche (7th Adventists Church), die ihren Platz um die Kirche als Campingplatz hergerichtet hat. Wir sind zufrieden, denn es ist ziemich ruhig hier, alles ist super sauber und die Leute sind echt nett. Den Abend verbringen wir, wie alle, am Cable Beach und fotografieren die berühmten Kamelkarawanen, die zahlungswillige Touris (und davon gibt es viele) am Strand entlang schaukeln. Abends ist Cable Beach eine riesige Partymile mit hunderten von Leuten und auch Fahrzeugen am Strand. Hier ein Bild von uns und dem Landy am Cable Beach:

 

 

Am nächsten Tag geht's weiter Richtung Süden und über kurz oder lang erreichen wir die Pilbara. Bei Port Hedland biegen wir ins Landesinnere zum Karinjini Nationalpark ab und campen die erste Nacht in der Nähe der Dales Gorge. Wir besuchen die Fortescue Falls und Fern Pool.

Am nächsten Tag geht's zum Circular Pool, der wirklich traumhaft schön ist und wir wandern ein bißchen in der Dales Gorge. Hier finden wir auch die erste Schlucht, die durchgängig von einem Fluß durchflossen wird (zumindest jetzt im Juli). Das Wasser fließt über nette Kaskaden und kontrastiert schön mit dem roten Gestein.

 

 

Dann geht's weiter in die Kalamina Gorge, die ebenfalls wunderbare Kaskaden zu bieten hat.

 

 

Als letztes besuchen wir noch Weano Gorge und Hancock Gorge. Beide Schluchten sind extrem schwierig zu begehen und man sollte trittsicher und etwas klettererfahren sein, wenn man die schönen Pools erreichen will. Hat man sich dann aber durchgekämpft, erwarten einen solche atemberaubenden Bilder:

 

 

 

 

Nach diesem Bereich geht's nur noch per Abseiling weiter.

Wir sind begeistert vom Karinjini Nationalpark und fahren dennoch weiter nach Tom Price, einem kleinen Minenstädtchen in The-Middle-Of-Nowhere. Wir stocken unsere Vorräte auf und weiter geht's durch die Pilbara in Richtung Westen an die Küste.

Nach 2 Tagen Fahrt erreichen wir den Cape Range Nationalpark, der an den Ningaloo Marine Park angrenzt. Von anderen Reisenden haben wir schon gehört, daß es momentan einen riesigen Andrang gibt und man früh am Morgen dort sein muß, um überhaupt reinzukommen. Das liegt daran, daß auf den 9 oder 10 Campinplätzen des Parks nur 90 Plätze zu vergeben sind, weshalb täglich auch nur 90 Fahrzeuge drin sein dürfen (Tagesbesucher ausgenommen). Es kommt also darauf an, wieviele rauskommen – dementsprechend darf die gleiche Menge am nächsten Morgen rein. Wir sind zwar früh aufgestanden, aber trotzdem zu spät, denn wir sind schon Nummer 14 in der wartenden Schlange. Glücklicherweise gibt es 16 Plätze und wir dürfen rein, allerdings nur auf den Overflow (mal wieder). Am nächsten Tag können wir uns dann auf einem festen Campingplatz einnisten und wollen dort auf jeden Fall die nächsten Tage mit schnorcheln verbringen. Zum baden ist es zu kalt und zu windig, wie wir bald merken. Die Campground Hosts sind sehr nett und auch die Leute auf dem Platz. Unsere Nachbarn sind 4 Original-Aussies aus Perth, die alleine ohne Frauen hierher zum Fischen gekommen sind. Sie sind wirkliche Originale und bringen uns pausenlos zum lachen. Die ersten 3 Tage verbringen wir mit Schnorcheln im vom Strand gut zugänglichen Riff. Es sind wirklich sehr viele verschiedene Fische und auch tolle Korallenstöcke schon beim Schnorcheln zu sehen.  Aber überzeugt Euch selbst:

 

 

 

 

 

 

Steffens Traum, einmal mit einem Hai zu schnorcheln, geht endlich in Erfüllung. Hier sehen und fotografieren wir sowohl einen Stachelrochen, als auch einen Weißspitzen-Riffhai.

Als es am 4. Tag schlecht Wetter ist, fahren wir nach Exmouth zum Einkaufen, was nur schlappe 70 km pro Strecke ist (insgesamt also 140 km). Mit aufgestockten Vorräten harren wir jetzt hier aus, bis das Wetter wieder besser wird...

Also bis denn im August!

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