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Mit Mietwagen uns Zelt sind wir auf dem Weg ins Wilsons Promontory, einem beliebten Nationalpark im suedlichen Gippsland. Während der Anfahrt zum Campingplatz hat man schon eine schöne Aussicht auf die abwechslungsreiche Küstenlandschaft des ‘Proms’ .

 

 

Der Campingplatz selbst ist einfach aber gut und liegt direkt am Strand.  Wir bauen unsere ‘Dackelgarage’ unter einigen Mühen auf, den es windet sehr stark. Na, ob das wohl eine gemütliche Nacht wird? Daß sie NICHT gemütlich wird, wird uns spätestens dann klar, als eine Gruppe Jugendlicher direkt neben uns ihr Camp mit ettlichen Zelten aufschlägt. Direkt neben uns, obwohl es wirklich überall genügend Platz gehabt hätte!

Zum Abend besuchen wir Sandy Bay, eine hübsche Bucht mit einigen großen Felsblöcken.

Wie schon erwartet, wird die Nacht alles andere als erholsam. Die Jugendlichen machen Party bis früh in den Morgen und der Wind rüttelt am Zelt, daß an Schlaf kaum zu denken ist. Da die Wettervorhersage für die nächsten Tage wiedermal schlecht ist, beschließen wir, unser Camp abzubrechen und das ‘Prom’ wieder zu verlassen. Wir sind gerade beim Frühstücken, als sich plötzlich ein Superb Fairy Wren, ein leuchtend blau gefärbter Zaunkönig, direkt neben uns nieder läßt. Steffen holt die Kamera und kann ein gutes Bild von diesem wirklich wunderschönen aber auch extrem hektischen Vögelchen machen. Plötzlich haben wohl auch Andere gemerkt, daß es bei uns was zu füttern gibt. Erst nur einer, dann zwei und schließlich 3 bunte Pennantsittiche erscheinen und haben’s auf unsere Peanuts abgesehen. Die Vögel sind sehr zahm und so können wir einige Bilder von ihnen machen.

 

 

Vom ‘Prom’ fahren wir weiter nach Phillip Island. Wir wußten schon, daß diese durch eine Brücke mit dem Festland verbundene Insel, total vermarktet ist. Was uns dort aber erwartet, übertrifft unsere kühnsten Erwartungen. 20,--  AUS-Dollar pro Person soll ein Platz bei der Pinguinparade kosten! Die Pinguinparade ist ein einwandfreies Beispiel einer optimalen Vermarktungsstrategie. An einem Strand, an dem während der Brutzeit bis zu 1000 Blue Penguins anlanden, wurde eine große Viewing Arena eingerichtet. Nur für das Hinsitzen und Warten, bis die Vögel dann nach Sonnenuntergang ans Ufer kommen soll man 20,-- Dollar zahlen - für Vögel, die sowieso kommen?  Das ist absolut absurd und wir haben absolut nicht die Absicht diese Verkommerzialisierung zu unterstützen. Das haben wir übrigens auch bei Kangoroo Island in South Australia so gehalten. Dort gibt es noch Bennetts Wallabies, Seelöwen und viele Koalas und eine Gruppe Vermarktungsstrategen hat den Tourismus dort groß aufgezogen. Jetzt ist das Übersetzen mit der Fähre, die nur 30 Minuten dauert, so teuer, daß es wirklich hirnrissig erscheint. Die wollen dort nur noch Tagestouristen, die teure Pauschalpakete buchen - keine Individualtouristen wie wir, die aufs Budget schauen müssen. Nun: damit haben sie erreicht, daß sie von uns gar kein Geld bekommen. Wir haben Kangaroo Island aus genau diesem Grund nicht besucht - und viele andere Reisende, die wir inzwischen getroffen haben, haben es genauso gemacht. Gut so!

Aber zurück zu Phillip Island: Es gibt noch einige andere Strände, an denen die Pinguine anlanden. Nur: die können nur durch eine Straße erreicht werden, die bei Sonnenuntergang geschlossen wird - angeblich, um die Pinguine zu schützen. Ich glaube aber eher, daß die verhindern wollen, daß Touristen kostenlos Pinguine sehen können. Schließlich soll man ja zur Pinguinparade kommen. 

Schnell stellt sich heraus, daß auch das Campen nicht billig ist. Obowohl unser Campingplatz dreckig und sehr laut ist, zahlen wir über 30,-- AUS-Dollar. Dafür schlafen wir 2 Nächte lang nicht, weil wiederum überall Jugendliche Party bis früh um Viere machen. In einem Zelt hört man halt wirklich alles und wir sind total übernächtigt und genervt. Am Ende mit den Nerven, suchen wir uns einen noch teureren Family Parks Campingplatz, der etwas ruhiger gelegen ist. Das Personal versichert uns, daß sie keine Schulabgänger auf dem Platz haben. Ja, Schulabgänger sind es, die uns die letzten 4 Nächte überall den Schlaf geraubt haben. Zwischendurch müssen wir dann nochmal nach Melbourne fahren, das schlappe 150 km einfach von Phillip Island entfernt liegt. Grund: Unser überaus intelligenter Kollege bei der Verschiffungsagentur hat erfahren, daß er eine Kopie von Steffens Personalausweis benötigt. Das wußte er, als wir die Papiere bei ihm abgegeben haben, wohl noch nicht? Wir haben zwar eine Kopie, aber wenn wir die faxen, ist nichts mehr darauf zu erkennen (das weiß ich aus Erfahrung - habe schließlich lange genug im Büro gearbeitet). Um uns weiteren Ärger zu ersparen, beißen wir eben in den sauren Apfel und fahren nach Melbourne zum Agenten, der mitten im City-Centre liegt. Wieder einmal danken wir unserem GPS für seine Führung, denn ohne dieses Helferlein, hätten wir dort nie wieder hin gefunden... Der Typ von der Verschiffungsagentur scannt den Ausweis ein und laut seiner Aussage ist nun alles in Ordnung: no worries, no worries at all. Der Landy ist verpackt und soll am 05.12. mit der Cap Byron Melbourne Richtung Long Beach verlassen...

Zurück auf unserem teuren aber ruhigen Campingplatz auf Phillip Island, können wir endlich eine Nacht ungestört schlafen. Am nächsten Tag bessert sich das Wetter und wir schauen uns ‘The Nobbies’ (Bild 1) und ‘The Pinnacles’ (Bild 2) an.

 

 

Während ‘The Nobbies’ mit einem total vertouristisierten Visitor-Center verunstaltet wurden, sind die Pinnacles noch ursprünglich. Kein Wunder, denn man muß dafür auch eine 4 Km lange Wanderung in Kauf nehmen. Ein solcher Marsch trennt dann schon die Spreu vom Weizen.      

Die Nacht, bevor wir nach Tasmanien fliegen, schlafen wir auf einem Rastplatz in der Nähe von Melbourne im Auto. Wir müssen den Mietwagen schon um 8.00 Uhr abgeben und es wäre einfach zu aufwendig gewesen, einen Campingplatz zu suchen und das Zelt dann in der Nacht wieder abzubauen. Mit bangem Gesicht stehen wir am Abflugschalter von JetStar, denn wir haben keine Ahnung wieviel unser Gepäck wiegt. Nur 20 kg pro Peson sind erlaubt und wir haben ja unser gesamtes Hab und Gut dabei. Zumindest alles, was nicht in Landy geblieben ist. Dazu gehört natürlich unsere fast komplette Fotoausrüstung, ein Stativ, ein Zelt, Kocher, Campinggeschirr und vieles mehr. Insgesamt haben wir 46 kg, doch der JetStar Mitarbeiter ist gnädig und checkt uns ohne Extragebühren ein. In Hobart angekommen, machen wir uns wieder mit Mietwagen und Zelt auf den Weg. Auch hier ist es empfindlich kühl und regnerisch. Wir können es kaum glauben: die letzten beiden Monate war es wirklich nur regnerisch, wechselhaft und kalt - so haben wir uns Australien im Sommer, ja Dezember ist hier Sommer, wirklich nicht vorgestellt. Aber die Aussies jammern auch: es sei viel zu kalt für diese Jahreszeit, letztes Jahr hätten sie in Melbourne bei 40°C unterm Weihnachtsbaum gesessen...

Wie dem auch sei, es hilft ja nichts und wir fahren von Hobart aus erstmal in den Mount Field Nationalpark. Schon unterwegs sehen wir, daß Tasmanien sehr abwechslungsreich ist. Sehr grün, viele Flüsse, dichte Wälder, hohe und spitze Berge, wenig Leute. Ein bißchen wie Neuseeland’s Südinsel. Die Russell Falls im Mount Field Nationalpark sind wohl eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Tasmaniens, und das auch zurecht. Mitten im üppigen gemäßigten Regenwald liegen diese wunderschönen Wasserfälle, die - dank der vielen Regenfälle der vergangenen Wochen - beeindruckend viel Wasser führen. Auch der Spaziergang zu den Falls ist sehr idyllisch und man kann Tasmanische Pandamelons vom Weg aus sehen.

 

 

 

 

Weiter geht die Fahrt durch die Franklin Gorden Wilderness Area Richtung Strahan, einem kleinen Städtchen an der Westküste. Der Wetterbericht sagt für die nächsten beiden Tagen absolutes Sauwetter mit Dauerregen voraus und so quartieren wir uns auf einem Campingplatz mit Campingküche ein. So können wir wenigstens trockenen Fusses kochen und uns auch in einem geschlossenen Raum aufhalten, wenn es gar zu kalt wird. Der Wetterbericht trifft zu: kaltes Regenwetter.

Doch am 3. Tag wird es besser und wir machen uns auf dem Weg zum berühmten Cradle Mountain. Als wir ankommen herrscht schon strahlender Sonnenschein - klasse. Wir quartieren uns auf dem Nationalpark-Camp ein und machen uns gleich auf den Weg zum Dove Lake, der am Fuße des Cradle Montain liegt. Bei diesem herrlichen Wetter können wir einige klassiche Ansichten des berühmten Berges fotografieren.

 

 

Da am späten Nachmittag schon zu viele Partien um den See im Schatten liegen, beschließen wir, das schöne Abendlicht für eine Pirschfahrt zu benutzen. Unterwegs sehen wir Bennetts Wallabies und Unmengen Echidnas (Schnabeligel).

 

 

Es ist jetzt, um 21.00 Uhr, schon sehr sehr kalt und wir beschließen wieder einmal im Auto zu schlafen. Wenn der Boden gefriert, wird es im Zelt von unten her so kalt, daß man die ganze Nacht bibbert. Auch im Auto ist es kalt und als wir am nächtsen Morgen unser Zelt inspizieren, wissen wir auch wieso. Es ist komplett durchgefroren: also nicht nur Frost oben drauf, sondern richtig steif gefroren! Kalte Nächte bedeuten aber meistens auch schönes Wetter und so machen wir uns noch in der Nacht wieder auf die Fahrt zum Cradle Mountain. Wir wollen ein Bild machen, wie sich der majestätische Berg im windstillen Dove Lake spiegelt. Hier das Ergebnis - es hat geklappt.  

Da wir nur 10 Tage auf Tasmanien sind, rast uns mal wieder die Zeit davon. Deshalb machen wir uns noch am selben Tag auf den Weg Richtung Devonport. Wir durchfahren das Valley of Views um Wilmot und sehen dort gar wundersame Dinge. Briefkästen - und was für welche! Seht selbst einige Beispiele:

 

 

 

 

Ziel in Devonport ist der ziemlich bekannte Leuchtturm, der auf roten Felsklippen steht.

Die Wettervorhersage sagt wieder schlechtes Wetter für den nächsten Tag voraus. Aus diesem Grund rasen wir gleich weiter nach St. Helens an die Westküste. Doch leider holt uns das miserable Wetter noch auf der Fahrt dahin ein. Wir hatten gehofft, wenigstens noch einen schönen Abend dort zu haben - aber weit gefehlt. Auf einem der kostenlosen Campingplätze entlang der Küste nördlich von St. Helens verbringen wir eine regnerische Nacht. Am nächsten Morgen ist es zwar immernoch bewölkt, aber es sieht nicht mehr ganz so schlecht aus. Wir fahren zur Bay of Fires, wo leuchtend rote Flechten auf Felsen wachsen.

Am Nachmittag wollen wir zurück nach St. Helens, um unsere E-Mails zu checken. Und es erwartet uns eine wahre Hiobsbotschaft von unserem Verschiffungsagenten: sie (wer genau, wissen wir nicht) haben kurz vor Abfahrt des Schiffes (der Container war schon verladen) festgestellt, daß wir einen Feuerlöscher an Bord haben, der als Gefahrgut gelten soll. Aus diesem Grund wurde der Container wieder abgeladen, zurück zum Packschuppen gefahren, ein Gefahrgut-Schild angebracht, und wieder zurück zum Wharf gebracht. Nur - leider war das Schiff schon weg! Es sei nun jedoch auf die Cap Saray, welche Melbourne am 21.12. verlassen soll, gebucht. Da das Schiff aber nur 2 Wochen unterwegs ist, kommt es am Ende nur 2 Tage später in Long Beach an, als das ursprünglich geplante. Das ist unser kleinstes Problem: wir fliegen am 11.01. und eine Ankunft am 10.01. wäre perfekt, nur: wer zahlt jetzt diese ganzen Sonderaktionen? Wir rufen beim Agenten an und erfahren es: wir natürlich! Nicht der Superagent, der unser Packliste, auf der der Feuerlöscher aufgeführt ist, schon seit 2 Wochen hat.  Offensichtlich hat er sie nie durchgelesen, oder -noch schlimmer- nicht gewußt daß ein Feuerlöscher Gefahrgut ist? Diese ganze Gefahrgutsache ist uns sowieso ein Rätsel: weder bei der Verschiffung von Deutschland nach Neuseeland, noch von Neuseeland nach Australien, war das ein Problem. Entweder es ist niemandem aufgefallen oder dies ist eine australische Bestimmung... Man weiß es nicht, aber eines steht fest: Der Typ bei der Agentur ist ein absoluter Volltrottel und von Blödheit nur geschlagen. Warum müssen wir nur wieder an einen solchen Doofkopf geraten? Die Fehler dieses Mannes kosten uns mal schlappe 600 AUS-Dollar! Warum hat er uns nicht angerufen, als das Problem aufgetaucht ist? Wir erfahren die ganze Geschichte, als sowieso schon alles zu spät ist! Und wir müssen es bezahlen, sonst lassen sie uns den Container womöglich am Hafen stehen - damit wäre uns noch am allerwenigsten geholfen. Und das Allerwitzigste ist: Es ist ein 600ml Feuerlöschspray (Wie ein Haarspray) also kein ‘richtiger’ Feuerlöscher. Und wir hatten keine Möglichkeit, dies nochmals klarzustellen.

Wir sind wütend, entmutigt und total deprimiert. Deshalb beschließen wir, uns in St. Helens auf einem teuren aber guten Big4-Holidaypark einzuquartieren. Dort gibt es wieder eine Küche und einen großen Aufenthaltsraum wo wir am Rechner arbeiten und alles erstmal verdauen können. Die Entscheidung, denBig4 aufzusuchen, erweist sich dann auch als richtig, denn die nächsten beiden Tagen gießt es sintflutartig. Und nicht nur daß: so starke Windböen fegen über das Land, daß sogar Sturmwarnungen herausgegeben werden. Die 1. Nacht im Zelt geht noch - da haben wir am Morgen  nur ein paar Tropfen Wasser im Zelt. Als wir dann aber am Nachtmittag nochmal schauen, steht das Wasser in einer Ecke schon ein paar Millimeter hoch. Wir beschliessen, die Nacht wieder mal im sicheren Auto zu verbringen. Tagsüber sitzen wir in der Küche und arbeiten am Rechner. So hat das schlechte Wetter wenigstens ein Gutes: Wir kommen dazu, die Bilder, die wir die letzten Tage gemacht haben, mal anzuschauen.

Am 3. Tag packen wir unser nasses Zelt ein und fahren Richtung Süden in den Freycinet Nationalpark. Das Wetter ist immer noch wechselhaft aber wenigstens regnet es nicht mehr. Der Campingplatz des Nationalparks ist direkt am Strand und ziemlich dicht bewaldet. Die Zufahrt zu unserer Campsite ist sehr eng und Steffen übersieht beim rückwärts einparken einen Baumstumpf. Er bleibt mit der Stoßstange hängen und das ekelhafte Geräusch verheißt nichts Gutes. In der Tat, die ganze Stoßstange hängt weg und unterhalb der Stoßstange ist eine Riesendelle. Die Stroßstange lässt sich wieder festmachen - schließlich ist heutzutage alles Plastik, aber die Beule ist wirklich nicht zu übersehen. Gott sei dank haben wir dieses Mal unsere Selbstbeteiligung auf 300,-- Dollar reduziert. Das sind z. Zt 150,-- EURO, also nicht ganz so viel. Trotzdem sind wir -und vor allem Steffen- erstmal geknickt. Uns bleibt auch gar nichts erspart!

Nach einem ausgiebigen Mittagessen, kehren die Lebensgeister aber wieder zurück und wir machen uns auf Erkundungstour. Leider ist das Wetter zu schlecht für gutes Licht, aber vielleicht reicht es ja für eine schöne Abendstimmung. Man weiß ja nie, vielleicht reißen die Wolken mal auf... Und tatsächlich, kurz vor Sonnenuntergang ergibt sich eine Lücke und die Sonne kann ihre Strahlen durchschicken...

Am nächsten Morgen ist der Himmel klar - klasse, jetzt nichts wie los. Wir haben einiges auf dem Programm, denn am Nachmittag soll es schon wieder schlechter werden. Zum Sonnenaufgang sind wir an der Sleepy Bay und am späten Vormittag wandern wir zum Wineglass Bay Lookout, der einen wunderbaren Blick auf diese berühmte Bucht freigibt.

 

 

Weiter geht die Fahrt vom Freycinet Nationalpark dann auf die Tasman Halbinsel zum Tesselated Pavement. Hier sind bei Ebbe einzigartige, geometrische Felsmuster, die wie Pflastersteine aussehen, zu bewundern.

 

 

Auch gibt es hier eine kleine Brutkolonie der kleinen Pinguine (Little Blue Penguins), die es auch auf Phillip Island gibt. Kurz vor Sonnenuntergang postieren wir uns am Strand und warten ab. Es kommen nur noch 5 andere Leute, ansonsten sind wir alleine. Leider kommen die Pinguine erst bei völliger Dunkelheit, so daß ohne Blitz nichts zu machen ist. Sie wandern direkt an uns vorbei den Strand hinauf zu ihren Bruthöhlen.

Wir haben nur noch 2 Tage auf Tassi Zeit und angesichts des schlechten Wetters fahren wir nochmals in den Mont Field Nationalpark. Dort hat es uns sehr gut gefallen und wir wollen noch ein paar Bilder mit unserer Mittelformat-Ausrüstung machen. Die letzte Nacht verbringen wir in der Nähe von Hobart, denn unser Flug geht schon um 7.30 Uhr. In der Morgendämmerung packen wir unser Zelt ein, das wir allerdings auf dem Campingplatz lassen. Vielleicht kann es jemand gut gebrauchen. Es ist nicht mehr ganz dicht (haben wir in St. Helens ja gesehen) und wir können es angesichts der strengen Fluggepäckbestimmungen einfach nicht mitnehmen. Etwas wehmütig trennen wir uns von ihm - hat es uns jetzt doch über 10 Jahre gute Dienste geleistet...

Zurück in Melbourne quartieren wir uns wieder im Ashleys Garden ein - diesmal in einer Cabin (wir haben ja  kein Zelt mehr).  Es sind noch 2 Tage bis zu unserem Heimflug und wir müssen noch Souvenirs einkaufen.  Einige Kleinigkeiten haben wir unterwegs so eingesammelt, aber im Landy war einfach nicht genug Platz. Im Highpoint Shopping Center mit über 700 Einzelläden gibt es genügend Möglichkeiten, sein Geld los zu werden. Wir sehen im Directory, daß es auch einen Photoladen hat und steuern darauf zu. Wir haben immernoch keinen Ersatz für unsere abgesoffene Kamera: es kann ja nicht schaden einmal  reinzuschauen. Mit wenig Hoffnung betreten wir den Laden, als wir dann plötzlich tatsächlich vor einer EOS400D stehen. Wir können es kaum fassen. Nach all der langen Suche gibt es hier noch eine. Zwar silbern, nicht schwarz, aber was soll’s. Wir bekommen sie zu einem Sonderpreis, denn der Händler will sie los haben. Schließlich gibt es schon lange ein Nachfolgemodell und die meisten Leute kaufen lieber aktuelle Modelle. Da wir die Mehrwertsteuer bei der Ausreise zurück erstattet bekommen, bezahlen wir für die Kamera ein bißchen mehr als umgerechnet 300,-- EUR. Das ist ein fairer Preis, finden wir.        

Es ist der 21.12. und heute geht unser Flug nach Hause. Wir packen alles zusammen, geben den Mietwagen am Flughafen ab und checken das Gepäck ein. Alles geht gut und endlich sitzen wir im Flieger nach Good Old Germany. Wir freuen uns auf Zuhause. Auf Verwandte und Freunde und auch auf unser Häusle mit bequemem Bett und einer eigenen Dusche. Und vor allem auf das gute Deutsche Essen, das wir so vermißt haben. Allerdings plagen uns auch hier wieder Sorgen: Kommt das Heizöl rechtzeitig? Tut die Heizung noch? Hoffentlich ist das Wasser nicht in den Leitungen eingefroren? Hoffentlich springt unser Polo gleich an? Können wir ihn gleich anmelden? Fragen über Fragen... aber wir werden sehen.

In Frankfurt empfängt uns kaltes Schmuddelwetter - wie soll es auch anders sein. Wir suchen den nächsten ICE nach Stuttgart und gewöhnen uns schon mal wieder an die vertraute Sprache. Man spricht Deutsch... das ruft ein unglaubliches Glücksgefühl in uns hervor. Wir haben die Heimat irgendwie schon vermisst...

Mein Bruder holt uns am Bahnhof ab. Wir freuen uns wirklich, ihn wiederzusehen. Als wir an einer Metzgerei vorbeifahren, muß ich für Steffen erst mal 2 Leberkäs-Brötchen kaufen, eine schwäbische Spezialität. Außerdem Butterbrezeln und ein gescheites Brot beim Bäcker. Es gibt halt doch nirgends so gute Backwaren wie in Deutschland. Wir Frühstücken bei meinem Bruder zuhause zusammen mit seiner Familie und lassen es uns gut schmecken.

Die nächsten Tage zuhause zeigen, daß doch auch alles klappen kann. Das Heizöl kommt noch am Nachmittag - wir haben also eine warme Stube. Heizung funktioniert, Wasser läuft und alles o.k. und das Auto springt gleich an. Super - jetzt sind wir auch wieder mobil.

Der Rest des Dezembers verläuft eher hektisch: Besuche bei Verwandten und Freunden, die wir alle gerne wiedersehen. Es ist immer schön und wir fühlen uns schnell wieder zuhause. Dann sind da ja aber noch die abertausende von Bildern, die erstmal bearbeitet werden müssen. Unterwegs haben wir einfach zu wenig Zeit gehabt.

Unsere Gefühle im Hinblick auf das nächste Jahr sind gemischt. Einserseits freuen wir uns auf die USA und haben auch schon wieder ein unterschwelliges Fernweh. Allerdings haben wir auch Angst vor den Problemen, die wieder auf uns warten. Das vergangene Jahr hat uns gezeigt, was doch alles schiefgehen kann. So extrem hatten wir das wirklich nicht erwartet. Aber trotzdem sehen wir auf das vergangene Jahr positiv zurück. Wir haben vieles gesehen und erlebt. Viele wunderschöne Landschaften durften wir durchstreifen, fremdartige Tiere sehen und wir haben auch einige nette Menschen kennengelernt, zu denen wir unbedingt Kontakt halten wollen. Als absoluten Höhpunkt sehen wir immer noch die Begegnung mit den Orang Utans auf Sumatra, diesen einzigarten Waldmenschen, deren Zukunft so düster aussieht. Wir aber wollen hoffnungsfroh in die Zukunft blicken und freuen uns auf die atemberaubenden Landschaften im Südwesten der USA, den Rockies und auch dem tierreichen Alaska.

Die Berichte im nächsten Jahr werden dann von dort erzählen...

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