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Heute ist Samstag und ein sehr trauriger Tag, den unsere 4 Aussie-Freunde verlassen uns heute. Die trübe Abschiedsstimmung scheint auf den ganzen Campingplatz übergegriffen zu haben, denn alle schauen den Vieren beim Packen der letzten Ausrüstungsgegenstände zu. Lindsay reist in einem großen Reisebus, den er zum Camper umgebaut hat, mit Anhänger, in dem er sein Boot (zum Fischen versteht sich) und einen kleinen Geländewagen (um das Boot zu Wasser zu lassen und wieder rauszuziehen) verstaut hat. Barry und Don haben einen großen Wohnwagen, während Ian im Dachzelt schläft (wie wir). Nachdem alles gepackt ist, verabschieden wir uns von einander und versprechen, in Kontakt zu bleiben. Auch unsere wirklich netten Camphosts verabschieden sich von uns. Sie werden morgen von einem anderen Rentnerehepaar abgelöst.

Das Wetter ist heute besser und wir beschließen, endlich an die Turqoise Bay zum Schnorcheln zu fahren. Da es mir zu windig und kalt ist geht Steffen alleine hinein. Schon nach ein paar Sekunden beginnt er wie wild im Wasser zu zappeln. Ich denke mir, was ist denn da los, ist er am Ertrinken oder was? Dann ruft er mir etwas zu und ich versteht nur 3 Worte, die mich in Angst und Schrecken versetzen: ‘Kamera-voll-Wasser’. Aufgeregt mache ich mich fertig um ihm zu Hilfe zu eilen, denn das Gehäuse, das ‘normal’ neutral im Gewicht ist, wird nun natürlich schwer ohne Ende. Außerdem versucht er verzweifelt, das verdammte Ding über Wasser zu halten- was ihm aber nicht gelingt!  Ich will gerade ins Wasser, als er sich ans Ufer gekämpft hat. Er ist natürlich auch total entgeistert und wir entfernen als erstes einmal die Flashkarte. Hoffentlich können wir wenigstens noch die Bilder der letzten Tage retten- die haben wir nämlich nicht runter geladen, weil wir nicht genügend Strom hatten (was nutzt eine Solaranlage, wenn die Sonne nicht scheint?) . Wenn man einmal nicht alles wie gewohnt macht, dann passiert garantiert eine Katastrophe. Wir können das ganze Ereignis eigentlich noch gar nicht fassen. Beim Zusammenpacken der Schnorchelausrüstung hängt jeder seinen eigenen Gedanken nach. Jeder versucht das Ganze zu verarbeiten und die Tragweite dieses Ereignisses zu erfassen. Das heißt, daß wir jetzt keine Halb/Halb-Aufnahmen mehr machen können- und das, wo wir in diese so hohe Erwartungen gesetzt haben. Steffen macht sich die schlimmsten Vorwürfe, denn er hat beim Reinigen des Gehäuses versäumt, die Schnappverschlüsse richtig zu schließen. Er hatte sie nur ‘angelegt’, damit das Reinigungsmittel noch besser trocknen kann... Unsere Stimmung ist auf dem allertiefsten Nullpunkt angelangt. Sie bessert sich erst ein bißchen, als wir feststellen, daß die Speicherkarte o.k. ist und somit auch die Bilder, die darauf abgelegt waren. Gott sei Dank, wenigstens etwas gerettet. Bei Kamera und Objektiv sieht es da schon ganz anders aus. Obwohl Steffen alles in Süßwasser ‘gespült’ hat, sind ein Tag später schon alle Kontakte in der Kamera und auch dem Objektiv verrostet. Nichts bewegt sich mehr, nichts zeigt irgendein Lebenszeichen. Das Ganze ist nichts mehr als ein Haufen Schrott. Deshalb wandert Kamera und Objektiv dann auch wirklich schwersten Herzens in den Mülleimer.

Doch was hilfts- wir müssen irgendetwas tun, um uns von unseren trüben Gedanken abzulenken. Deshalb beschließen wir, uns auf die Überwasserfotografie zu konzentrieren. Schließlich hat es im Cape Range Nationalpark eine Unmenge von Riesenkänguruhs, viele Emus, Krabben und auch Little Corellas (die weißen Kakadus).

 

 

 

 

Auch landschaftlich gibt das Ningaloo Reef/Cape Range NP einiges her:

 

 

 

 

 

Der Tierreichtum hier ist wirklich eine willkommene Abwechslung nach der ‘tierlosen’ Zeit im übrigen Northern Territory und Western Australia. Außer Roadkills (überfahrenes Getier) haben wir keine Känguruhs gesehen, mal einen Kranich, aber das wars dann auch schon... Der Regen der letzten Tage hat der Vegetation im Cape Range NP gut getan. Wildblumen wie die Sturts Desert Pea zeigen herrliche Blüten.

Drei Tage nach unserem persönlichen 9/11, beschließen wir, diesen unseligen Ort zu verlassen. Wir haben hier wirklich schöne Zeiten mit unseren 4 Aussies erlebt, auch das Schnorcheln war super aber dieser Ort ist für uns nun einfach zu negativ behaftet. Seit ‘Unsere Vier’ weg sind, ist sowieso nichts wie es einmal war. Die neuen Camphosts sind nicht annähernd so sympatisch wie Thelma und Ned und auch die tägliche ‘Happy-Hour’ (jeden Tag um 17.00 Uhr) ist nicht annähernd so lustig wie mit unseren 4 Originalen. Auch andere nette Nachbarn sind die letzten Tage abgereist, so daß wirklich nur noch typische Touris, die mal eine Nacht oder höchstens 2 bleiben, da sind . Die wollen in der Regel keinen Kontakt und bevorzugen es, für sich zu bleiben.

Wir machen uns also wieder auf den Weg nach Darwin, denn das Ningaloo Reef war unser westlichster Punkt auf dieser Reise. Als nächstes ist Karratha angepeilt, denn dort soll es eine Landrover-Werkstatt geben. Nein, nein, keine Sorge: der Landy ist nicht kaputt sondern braucht ‘nur’ einen großen Service. Das heißt natürlich Motorölwechsel, alle Getriebeöle, Abschmieren etc. etc.  Als wir aber in Karratha ankommen, müssen wir leider feststellen, daß es den Landy-Händler nicht mehr gibt: er hat vor 8 Monaten dicht gemacht. Da der nächste Landrover-Händler im ‘nur’ 3000 km entfernten Darwin sitzt, ist das schon eine mittlere Katastrophe. Wir haben den Ölwechsel eh schon überzogen und nun auch noch das. Naja, was hilfts. Der Landy wird das hoffentlich auch noch ohne größere Probleme schaffen...

Auf gehts, wieder auf die Straße. Die nächsten beiden Tage heißt’s wieder fahren, fahren, fahren. Diesmal heißt unser Ziel Broome. Unterwegs finden wir auf einem Rastplatz eine Brutkolonie von Wellensittichen. Zufällig parken wir direkt neben einer Wellensittich-Bruthöhle und Steffen kann ganz gute Bilder aus nächster Nähe machen. Wir sind ziemlich happy, denn wir haben uns schon mit dem Gedanken abgefunden, keine Wellensittich-Bilder zu bekommen. Man sieht zwar viele Schwärme herumschwirren, aber wie soll man da nur ein gescheites Bild von diesen flinken, bei uns so beliebten Ziervögeln, machen? Auf jeden Fall ist eines klar: wilde Wellensittiche sind gelb-grün. Blaue, weiße oder sonstige Farbschattierungen sind Zuchtformen, die -unserer Meinung- nur halb so schön sind wie die wilden. Das können wir ruhig behaupten, schließlich hatte Steffen mal einen als Haustier. Er wurde 12 Jahre alt - natürlich in grün!

 

 

 

 

Endlich in Broome angekommen, fahren wir gleich direkt wieder zum Overflow-Campingplatz bei der 7th Adventists Church und bekommen unseren ‘alten’ Platz wieder. Wir sind wirklich froh, wieder mal eine schöne Dusche und Toiletten zur Verfügung zu haben (auch im Cape Range NP gabs nur Plumpsklo und  k e i n e  Duschen). Da wir vieles zu erledigen haben checken wir uns gleich für 2 Nächte ein. Wir müssen Wäsche waschen,  Flüge nach Sumatra zu den Orang Utans buchen, E-Mails abrufen, einkaufen und und und.... Die Flüge buchen wir gleich noch am selben Abend. Es ist zwar nicht einfach noch welche zu bekommen und sie sind auch teuerer als gedacht, aber schließlich klappt es. Am 12. Oktober fliegen wir mit Malaysian Airlines über Kuala Lumpur nach Medan auf Sumatra. Klasse, wir freuen uns auf die ‘Waldmenschen’.

Die Freude über unsere ‘Expedition’ vergeht uns aber am nächsten Morgen schnell wieder, denn Steffen bekommt auf einmal schlimme Schmerzen in der Nieren- und Blasengegend. Da es nicht besser wird -im Gegenteil, es wird immer schlechter- versuche ich ihn zu einem Arztbesuch zu überreden. Dies lehnt er aber kategorisch ab und denkt ich dramatisiere mal wieder. Er glaubt immernoch, das geht von selber wieder weg.... Die Schmerzen werden aber immer schlimmer und schließlich wird sein Gesicht ganz grau, er schwitzt und friert zur gleichen Zeit und sieht aus, als würde er gleich umkippen. Dieses fällt auch unseren Campingplatz-Nachbarn auf. Sie zeigen sich besorgt und überzeugen Steffen schließlich, daß er unbedingt ins Krankenhaus müsse. Ted und Marie erklären sich sogar bereit, uns ins Krankenhaus zu fahren, denn das kann Steffen nun wirklich nicht mehr (ich könnte zwar, darf aber nicht, weil wir mich blöderweise nicht als zweiten Fahrer in die Haftpflichtversicherung eingetragen haben-so wären wir im Falle eines Unfalles nicht versichert.) In der Krankenhaus-Notaufnahme angekommen, zahle ich erstmal 150 AUS-Dollar als Behandlungspauschale und sofort kümmert sich eine Schwester um Steffen. Dem geht es mittlerweile noch schlechter und kann kaum noch laufen vor lauter Schmerzen. Ich kümmere mich um den Papierkram und muß leider draußen warten. Während des Wartens male ich mir wahre Horrorszenarien aus. Was, wenn es wirklich etwas Ernstes ist? Der Abbruch unserer Reise wäre noch das Geringste, was uns blühen könnte.

Nach ca.1/2 Stunde darf ich dann endlich zu Steffen, der mittlerweile in ein Krankenhausnachthemd und ein Bett gesteckt wurde. Auf dem Weg zum Krankenzimmer erklärt mir dann der äußerst kompetent wirkende Arzt, daß er vermute, daß Steffen einen Nierenstein habe. Er hätte Blut im Urin und auch die starken Schmerzen wären typisch dafür- Gewißheit soll aber ein später durchzuführendes CT bringen. Als ich bei Steffen bin, sieht er etwas besser aus. Er hat zwar immernoch Schmerzen, aber eine Schwester hat ihm ein Schmerzmittel verabreicht, das demnächst wirken soll. Da er völlig dehydriert ist (das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich der Nierenstein gemeldet hat) bekommt er erstmal Flüssigkeit durch den Tropf und von Zeit zu Zeit Morphium, wenn die Schmerzen wieder schlimmer werden. Inzwischen ist auch sicher, daß es wirklich ein Nierenstein ist. Er ist 6.5 mm groß und befindet sich bereits im unteren Bereich des Harnleiters. Der Arzt ist guten Mutes, daß Steffen ihn selbst ausscheiden kann, wenn er genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Aus diesem Grund kommt er gleich nochmal an den Tropf. Als Steffen jedoch nach 2 Litern und 3 Stunden immernoch nicht aufs Klo muß, muß eine Entscheidung über den weiteren Fortgang getroffen werden. Der Arzt stellt uns vor die Wahl: hier bleiben und Einweisung ins Krankenhaus oder sofortige Entlassung und der Versuch, den Stein selbst loszuwerden, sprich rauszupinkeln. Als der Doc verspricht, schwere Schmerzmittel herauszuschreiben, entscheiden wir uns für das Letztere. Ted und Marie sind die ganze Zeit über rührend um Steffen besorgt und bieten an, uns auch vom Krankenhaus abzuholen. Nach einem kurzen Abstecher zur Apotheke (wegen den Medikamenten) und zum Supermarkt für Wasser (schließlich soll Steffen mindestens 4 Liter pro Tag trinken), sind wir froh, endlich wieder am Campingplatz zu sein.

An dieser Stelle wollen wir nun doch das australische Krankensystem loben. Die Schwestern und auch der Arzt waren sehr nett und haben durchweg einen kompetenten Eindruck gemacht (zumindest soweit ich das beurteilen kann). Das Wichtigste war der Patient und erst als alle Untersuchungen und Behandlungen gemacht wurden, wurde gefragt, ob wir überhaupt eine Krankenversicherung haben. Und hier sind wir auch schon beim nächsten Thema: Ja, wir haben eine Auslandsreisekrankenversicherung. Doch die bezahlt nur dann direkt die Kosten, wenn der Patient stationär im Krankenhaus aufgenommen wird. Bei ambulanten Behandlungen muß der Patient in Vorleistung gehen. Das Geld sollen wir dann (hoffentlich) gegen Vorlage der Belege zurückbekommen.

Steffen geht es jetzt wieder ganz gut und hat sogar Appetit- also kochen wir. Wir haben wirklich noch Glück im Unglück gehabt. Gott sei Dank ist das ganze in einer größeren Stadt wie Broome passiert und nicht ‘in-the-middle-of-nowhere’ - oder ein anderer Ausdruck, den wir von den 4 Aussies vom Ningaloo gelernt haben- in ‘butt fuck nowhere’. Wir hätten dann nur versuchen können über ein Satellitentelefon in irgendeinem Kuhkaff oder auf einer Farm die Flying Doctors anzurufen!

Doch zu früh gefreut- in der Nacht kommen die Schmerzen zurück und wir brauchen sogar das Hammer-Schmerzmittel. Am nächsten Morgen geht es Steffen wieder gut und ich mache mich ans Wäsche waschen. Wir bleiben noch 2 Tage, um zu sehen, wie sich das mit den Schmerzen und dem Stein so entwickelt. Ergebnis: der Stein ist noch drin und die Schmerzen sind weg. 

Nach 2 Tagen trauen wir uns dann die ‘sichere’ Stadt zu verlassen und machen uns auf den Weg nach Darwin. Das sind noch gute 1800 km durch das Outback. Hier ein paar Eindrücke von unterwegs: Roadtrains, Buschtankstelle und E-Werk auf Western Australisch:

 

 

 

 

Unterwegs gibt’s nur zwei erwähnenswerte Dörfer, nämlich Fitzroy Crossing und Halls Creek. Wir machen einen kurzen Stop in der Geike Gorge und rasen dann gleich weiter.

Es ist wiedermal Freitagnachmittag, als wir nach 3 Tagen reiner Fahrt Darwin erreichen. Jetzt brauchen wir nun auch nicht mehr zur Landrover-Werkstatt fahren. Wir beschließen deshalb, das Wochenende am Fog Dam, einem kleinen Naturreservat ca. 70 km vor Darwin, zu verbringen. Das Feuchtgebiet ist schon fast ausgetrocknet, doch alle Vögel der Umgebung scheinen sich an diesen Ort zu konzentrieren. Unmengen an Reihern, Ibissen, Kibitzen, Magpie-Gänsen und Kammblatthühnchen tummeln sich im Sumpf. Hier ein paar Eindrücke:

 

 

Am Montag geht’s dann als erstes zur Werkstatt. Wir sagen: ‘großer Service für 160000 km, bitte. Alle Öle wechseln und was man halt so alles macht bei einem 160000-er’. Kein Problem: wir können das Auto gleich da lassen. Den Rest des Tages verbringen wir in Darwin und hängen so rum (z. B. mal wieder im McDonalds). Als wir Abends den Landy abholen und die Rechnung bezahlen, freuen wir uns über den niedrigen Betrag. Alles in Allem nur knappe 600 AUS-Dollar, also ca. 400 EUR. Als wir dann auf dem Campingplatz die Rechnung genauer anschauen, wird auch klar wieso. Die Antriebswellen wurden nicht abgeschmiert, es wurde keine Bremsflüssigkeit gewechselt (obwohl wir das extra noch gesagt haben) und es wurden außerdem die Ausie-Öle verwendet. Verdammtnocheins: genau das wollten wir nicht. Das hätten wir auch alleine gekonnt- diese Öle gibt’s in jedem ‘Supercheap Auto’. Nun müssen wir nach 10000 km schon wieder Motoröl wechseln, und vor Alaska auch die Getriebe-, Vorgelege- und Achsöle, weil das verwendete Öl nur für heiße Gegenden geeignet ist. Und die Antriebswellen müssen wir nun auch noch selber abschmieren... Steffens Leitspruch kommt hier wieder mal komplett zum Tragen: ‘Oimal mit Profis schaffa!’  Wenn man in Deutschland sein Auto mit der Aussage ‘Einen 160000km-Service, bitte’, abgibt, wird alles gemacht, was Landrover für diese Laufleistung angibt. Und das ist dann immer eher zuviel als zu wenig. Naja, abhaken. Wenn wir uns darüber auch noch aufregen, können wir bald in die Klapse gehen.

Auf jeden Fall geht’s am nächsten Tag wieder rein in den Landy mit dem Ziel ‘Townsville/Queensland’ auf dem GPS. Ja, endlich geht’s von Trockenheit und Staub in den üppig grünen Regenwald Queenslands, in die Wet Tropics. Townsville befindet sich am südlichsten Zipfel dieser zum Weltnaturerbe erklärten Zone mit tropischem Regenwald. Doch bevor es soweit ist, müssen wir erst noch gut 2500 km überwinden. In 5 Tagen, die nur aus Autofahren bestehen geht’s von Darwin über Three Ways nach Mount Isa und dann weiter nach Townsville. Die Landschaft ändert sich erst kurz vor Townsville in tropisches Grün. Ansonsten nur Staub, Einöde, vertrockneter Busch und endlose Straßen. Hier ein paar Eindrücke von unterwegs...man fragt sich wirklich, was die armen Kühe da fressen sollen!

 

 

Endlich in Townsville, begeben wir uns auf Schoppingtour. Wir kaufen ein paar Geschenke für die Lieben zuhause, Lebensmittel und tanken den Landy wieder auf. Dabei können wir Erfreuliches feststellen: in Townsville kostet der Diesel nur 1.55 AUS-Dollar, das sind gut 35 bis 40 Cent pro Liter weniger als in Western Australia! Außerdem will Steffen schon wieder die Lust am Rasieren vergehen (“hier herrschen ‘water restrictions’, ich kann mich hier nicht naß rasieren”) , weshalb ich beschließe, ihm kurzerhand einen Trockenrasierer zu kaufen. Dann kann er sich nicht mehr beschweren, das Rasieren wäre zu langwierig.

Am nächsten Tag geht’s dann weiter Richtung Norden in den wolkenverhangenen Paluma Range Nationalpark. Wir campen im Busch bei den Jourama Falls und bestaunen die Wasserfälle und den tropischen Regenwald. In der Nacht regnet es sogar und wir gewöhnen uns schon mal an den Gedanken, daß dies hier wohl öfter der Fall sein wird. Hier ein Eindruck von den Falls und einem bunten Buschhuhn, das sich hier auf dem Campingplatz herumtreibt.

 

 

Weiter gehts am nächsten Morgen zu einem unserer wichtigeren Reiseziele: Mission Beach. Mission Beach gilt als Kasuar-Hotspot in Australien, denn hier im Tam O’Shanter Nationalpark soll es alleine 50 dieser seltsamen Tiere geben. Der Helmkasuar ist ein flugunfähiger Laufvogel, der eine Standhöhe von bis zu 2 m erreicht- also ein Riesenvieh. Er ist auf die artenreichen tropischen Regenwälder angewiesen, denn er frißt ausschließlich Früchte. Die Samen werden dann halbverdaut wieder ausgeschieden, womit er für die Verbreitung der einzelnen Baumarten sorgt. Der Helmkasuar ist für diesen Zweck besonders wichtig, da er auch Früchte frißt, die für andere Tiere zu groß oder gar giftig sind. Nur er kann also für die Verbreitung dieser speziellen Baumarten sorgen. Leider ist der Helmkasuar stark bedroht, denn es gibt nur noch traurige Restbestände an tropischem Regenwald in Queensland. Fast aller Wald wurde gerodet und in Farmland umgewandelt. Bananen-, Tee-, Zuckerrohranbau und Milchviehwirtschaft sind die Haupteinkommensquellen der Queensländer. Hinzu kommt noch Zyklon Harry, der im Jahre 2006 genau über die Wet Tropics hinweggefegt ist und die Wälder radikal verwüstet hat. Wir haben Fotos von gerade diesem Tam O’Shanter NP von damals gesehen- es sind wirklich nur noch blattlose Baumgerippe übrig geblieben. Viele der großen Urwaldriesen sind umgefallen, so daß der Wald hauptsächlich aus Jungbäumen und Buschwerk besteht. Das hat wiederum dazu geführt, daß für den Kasuar nicht mehr genügend früchtetragende Bäume zur Verfügung standen. Futterplätze mußten eingerichtet werden, um das Überleben dieses einzigartigen Vogels zu sichern.

Nun aber genug geschwafelt: Wir wollen natürlich auch einen Helmkasurar sehen und auch fotografieren. 3 Tage laufen wir die tadellos gepflegten Wege des Nationalparks beinahe pausenlos ab- und werden belohnt. Am 2. Tag sehen wir einen Vater mit 3 Jungen (bei den Kasuaren zieht der Vater die Kinder groß- die Mutter macht sich nach dem Eierlegen aus dem Staub) und am 3. Tag einen einzelnen Erwachsenen. Diesen dann dafür aber mehrmals. Sie begegnen uns ausnahmslos auf den angelegten Walking-Tracks, denn auch dies ist für die großen Vögel bequemer, als sich durch den dichten Busch zu quetschen. Hier ein paar Eindrücke aus dem Kasuarwald:

 

 

Die letzten 3 Tage war das Wetter sehr regnerisch, aber für Bilder im Regenwald ist das o.k. Leider können wir wegen des Wetters keine Traumbilder vom Mission Beach mit seinen berühmten Kokospalmen machen. Vielleicht ist das Wetter auf dem Rückweg ja besser.

So, das war’s für den August. Es sind diesmal leider nicht viele Bilder geworden, aber wir sind eben hauptsächlich gefahren (schließlich haben wir Australien von West nach Ost durchquert, und das beileibe nicht auf dem direktesten Weg). Es ist viel schlimmes und ärgerliches passiert. Wir hoffen aber, daß das im September anders wird.

Als nächstes wollen wir das Atherton Tableland erkunden....Seeya im September!       

Ach... und falls es Euch interessiert: Der Nierenstein hat immer noch nicht das Licht der Welt erblickt (zumindest hat Steffen nichts davon gemerkt). Seit Broome sind die Schmerzen aber nicht mehr aufgetreten, für was wir sehr dankbar sind.

 

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